Deine Über-mich-Seite

über mich Seite

Eine Über-mich-Seite oder Unternehmensvorstellung gehört zu den wichtigsten Bestandteilen deiner Homepage. Punkt. 

Warum? Nun, weil dein Angebot immer austauschbar ist. Der Unterschied ergibt sich lediglich in deiner Art zu verkaufen und dich oder eben dein Produkt zu präsentieren.

Kauf, Bestellung, Buchung – alles das sind Vorgänge, die in erster Linie auf Vertrauen bauen. Und das bekommst du am ehesten, wenn du deinem Gegenüber die Möglichkeit gibst, dich kennenzulernen. Genau dafür ist die Über-mich-Seite da.

Kleiner Fakt am Rande – diese Seite wird im Schnitt am zweithäufigsten von Besuchern angeklickt. Also lass dir diese Chance nicht entgehen!

Lieber hören statt lesen? Hier ist der Podcast zum Blog

Was gehört auf die Über-mich-Seite?

Ok, ich starte erst einmal damit, was nicht reingehört: Zeugnisse, dein Lebenslauf, die wichtigsten Stationen der Firma im Zeitstrahl. Wir hatten das ja gerade: Diese Seite ist da, um Vertrauen aufzubauen, nicht, um dich auf Hochglanz zu präsentieren.

Wenn du denkst, dass eine Unternehmensvorstellung etwas ganz anderes ist als die Über-mich-Seite, weil da die Firma und nicht die Person vorgestellt wird, irrst du dich.

Auch ein Unternehmen wird von Kunden als „Persönlichkeit“ mit eigenem Charakter, Werten, Macken und Meisen wahrgenommen. Bilanzzahlen interessieren die wenigsten. Sie wollen wissen, wie dein Laden „tickt“ und ob sie dir vertrauen können.

Wie baust du nun Vertrauen auf?

Der erste Schritt ist Ehrlichkeit. 

Versprich nicht das Blaue vom Himmel.

Das glaubt dir eh niemand und wenn doch, ist die Enttäuschung umso größer, wenn das Ergebnis am Ende dann doch nicht stimmt. Sei bei deiner Unternehmensvorstellung ehrlich.

Schönes Beispiel aus der Praxis: Ein junger Mann ist eine Ein-Mann-Künstler-Agentur. Um etwas größer und seriöser zu wirken, schreibt er überall auf der Seite von seinem Team, immer in der „Wir“-Form. Spätestens, wenn ein Künstler oder Kunde anfragt, merkt der aber, dass da nur eine Person dahinter steht. Bäm, Vertrauen weg.

Was wäre nun aber, wenn er ehrlich gewesen wäre? Dann gäbe es eine große Chance, dass ein Künstler genau deshalb von ihm vertreten werden möchte. Weil er gesehen hat, wie er für andere arbeitet und begeistert ist, was diese eine Person so alles wuppt und reißt. 

Schritt zwei: Gemeinsamkeiten hervorheben

Gib deinen Kunden das Gefühl, sie zu verstehen.

Wir mögen Menschen und auch Unternehmen, die uns ähnlich sind, die die gleichen Werte und Vorstellungen haben und idealerweise auch noch Erfahrungen teilen.

Warum sonst wird ständig damit geworben, dass Influencerin XY ja selbst früher sooo schlimme Haut hatte und total versteht, wie blöd das ist, sie aber nun das perfekte Zaubermittel gefunden hat? 

Schritt drei: Interesse an deinem Gegenüber zeigen

Nehmen wir mal die klassische Party-Situation: Du lernst jemanden kennen, unterhältst dich. Du merkst, der ist authentisch, ihr habt Gemeinsamkeiten. Aber er redet die ganze Zeit nur über sich selbst und interessiert sich offenbar wenig für deine Sichtweisen. Empfindest du Sympathie? Tauschst du Telefonnummern? Wohl eher nicht.

Genau diesen Fehler machen die meisten Über-Mich-Seiten, die ellenlange Firmenhistorien und Zertifikate auflisten. Sie haben nur sich selbst im Fokus. 

Schritt vier: Zeig deine Expertise

Vertrauen hat auch ganz viel damit zu tun, dass ich glaube, dass du kannst, was du erzählst.

Wenn du Zahnschmerzen hast, gehst du ja auch nicht zu deiner besten Freundin und hoffst auf ihr Verständnis und ihr Interesse an deiner Situation. Du brauchst einen Experten. Einen Zahnarzt. Denn das Loch im Backenzahn vertraust du wohl eher ihm an. 

Ganz wichtig: Es geht nicht um dich

Ok, wir haben Ehrlichkeit, Gemeinsamkeiten, Interesse und Expertise. Und die wollen wir alle auf der Seite unterbringen.

Wie du vielleicht schon gemerkt hast: es heißt zwar „Über mich“, es geht aber in erster Linie eben nicht um dich und dein Unternehmen, sondern um deine Kunden.

Behalte das beim Formulieren bitte immer im Hinterkopf! Das ist kein Schaulaufen sondern ein Bekanntmachen.

Wie schreibst du nun deine Über-Mich-Seite?

Die Überschrift

 Bitte nicht: Über mich.

Das darf oben in der Navigation stehen, dort reicht es aber auch. Der Leser hat ja schon auf diesen Reiter geklickt und weiß, dass es jetzt um dich und dein Angebot geht. 

Nutze die Überschrift, um einen Anreiz zum Weiterlesen zu schaffen. 

  • Stelle eine Frage, die das Problem deines Kunden direkt anspricht (Verständnis)
  • Erkläre, wie du das Problem des Kunden lösen kannst (Verständnis, Expertise)
  • Arbeite mit einem Dreisatz

Wenn du als Personenmarke arbeitest, funktioniert ein Dreisatz oft gut. Dabei fasst du die wichtigsten drei Säulen deines Business zusammen.

Für mich wäre da wohl „Content, Copy, Coaching“ ganz passend. Oder alternativ auf Deutsch: , Content, Werbetexte, Schreibkurse“. Ok, ist noch nicht ganz rund, ich feile noch 😉

Nächster Schritt, die Einleitung – Wem hilfst du und warum?

Erkläre direkt am Anfang, an wen sich dein Angebot wendet, wer deine Wunschkunden sind.

So sparst du denjenigen Zeit, die eh aus dem Raster fallen und holst die ab, die du erreichen willst. Schreibe hier ruhig etwas ausführlicher. Wenn du noch nicht klar vor Augen hast, für wen du eigentlich schreibst, schau mal im Beitrag zur Buyer Persona vorbei.

Mach in der Einleitung deutlich, dass du die Sorgen und Nöte kennst und dafür eine Lösung anbietest. Beschreibe auch gern kurz, wie diese Lösung aussieht.

Dein Warum

Du hast gezeigt, wen du erreichen willst.

Du zeigst, dass du das Problem erkannt hast und die Lösung hast.

Wenn du jetzt dein „Warum“ einbringst, hast du schon halb gewonnen. Denn nichts ist überzeugender, als eine gute, authentische Story, die zeigt, dass du nicht aus Profitgier unterwegs bist, sondern „on a mission“.

Wenn Menschen mit Herzblut und Leidenschaft dabei sind, überzeugt das und schafft ungemeine Sympathien

Dein Warum ist einer der essentiellen Bestandteile deiner Marketing-Strategie. Ohne das zu kennen und formulieren zu können, brauchst du eigentlich gar nicht erst anfangen. 

Wenn du dich mit dem Thema noch nicht so intensiv auseinander gesetzt hast, findest du auch hierzu im Blog und im Podcast einen Beitrag, der genauer erklärt, worum es dabei geht.

Übrigens lässt sich hier auch sehr gut mit Storytelling arbeiten. Dein Warum ist eine klare Aussage. Wenn du die noch durch eine Geschichte untermauern kannst, wirkt es sofort deutlich glaubwürdiger und du läufst nicht Gefahr, als Schwafler missverstanden zu werden.

Deine Werte

Vom Warum zu den Werten ist es nur ein kleiner Schritt. Der ist aber wichtig.

Mag sein, dass irgendwie jeder klagt, wir hätten unsere Werte verloren oder keiner achtet mehr die guten alten Werte von früher. Alles Quark. Jeder Mensch hat Werte. Sie haben sich nur gewandelt und angepasst und sind nicht bei jedem gleich. 

Wenn du deine Werte deutlich machst, läufst du vielleicht Gefahr, ein paar Leute zu verlieren. Aber für genau die Richtigen wirst du umso attraktiver

Wie kannst du deine Werte nun auf der Seite unterbringen?

Bitte nimm nicht die Staubtrocken-Lösung, die von großen Unternehmen gerne genutzt wird: „Unser Unternehmen legt Wert auf Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein und einen fairen Umgang mit allen Geschäftspartnern“. Ja, ne, is klar. Glaubt denen eh keiner mehr. 

Schreib am besten so, als ob du einem Außenstehenden die „Spielregeln“ erklärst.

Beispiel: „Das positive Kundenerlebnis ist der Mittelpunkt aller unserer Bestrebungen“. Klare Aussage von Amazon. Für Kunden ist klar: sie werden immer behuddelt, Händler wissen bescheid: wenn ich da mitmache, werde ich im Streit mit dem Konsumenten immer den Kürzeren ziehen. 

Oder auch schön: Hello Fresh. Das sind die mit den Kochboxen. Da findest du folgende Aussage auf der Seite: “Wir sind davon überzeugt, dass wir unseren Kunden eine signifikant nachhaltigere Möglichkeit bieten, ihre Lebensmittel zu beschaffen. Das ist das Fundament für unseren Erfolg als globales Unternehmen.” 

Zack, neben den Faultieren, die keine Lust zum Einkaufen und Rezepte-Wälzen haben, auch noch die umweltbewussten Kunden mit abgeholt. 

Pass bei den Werten aber bitte auf, dass du auch wirklich solche aufnimmst, die du tatsächlich lebst und vertrittst. Es macht keinen Sinn, Umweltbewusstsein zu propagieren, weil das so schön zu deiner Zielgruppe gehört, wenn du dann mit dem Porsche durch die Innenstadt düst. Es muss schon alles stimmig sein. Ehrlichkeit und so.

Am Ende: deine Vision

Puh, jetzt tragen wir noch einmal dick auf.

Stell deine Vision vor.

Erkläre den Leuten, welche Veränderung du mit  deinem Angebot für die Welt, für die Gesellschaft erreichen willst. Worum es eigentlich am Ende des Tages geht. Das darf ruhig auch eine Nummer größer gedacht sein.

Ein paar Beispiele gefällig?

Das Führungskräfte-Coaching kann da als Ziel eine neue Führungskultur zum Ziel haben, in dem Burnout und Co kein Thema mehr sind.

Durch den Verkauf der handgefertigten Socken werden alleinerziehende Frauen im Iran gestärkt, die so ihren Lebensunterhalt verdienen und unabhängiger sein können. 

Meine Schreibkurse sollen helfen, dass mehr Selbstständige ihre Träume und Visionen erfüllen können, weil sie durchs Schreiben sichtbarer werden. 

Du siehst, da geht eine ganze Menge, ohne tatsächlich schwulstig zu werden.

Wenn du in dich gehst, wirst du deine Vision erkennen, und die darf hier mit auf die Seite.

Der CTA

Stop, Halt. Doch noch nicht das Ende.

Jetzt hat dein Leser sich durch den ganzen Text gelesen und ist überzeugt, dass er bei dir richtig ist. Und nun? Steht er da und guckt in die Luft. Oder du hast ganz am Ende einen Wegweiser hingestellt, wie es jetzt weitergehen könnte.

Wie in fast allen Texten muss auch auf die Über-mich-Seite ein CTA, eine Handlungsaufforderung. Dass kann die Aufforderung sein, deinen Newsletter zu abonnieren, oder auch der Verweis in deinen Produktbereich.

Hier kannst du völlig frei entscheiden. Nur nichts schreiben, dass solltest du nicht.

Über-mich, wie persönlich darf es werden?

Das kommt ganz darauf an, was genau du machst und anbietest.

Wenn du dich als Personenmarke stark machen willst, ist Persönlichkeit immer gut. Allerdings lässt du mit deinem Warum und deinen Werten ja schon ziemlich tief blicken. Deine Lieblingsbiersorte solltest du dir lieber für Social Media aufheben. Dein verrücktes Hobby könnte aber schon gut mit reinpassen. 

Und wo packst du nun die Zeugnisse rein?

Deine Expertise formulierst du am besten nett mit in den Text ein. Ein kompletter Block mit deinem Ausbildungsweg langweilt allerdings und interessiert auch keinen.

Wenn du Zertifizierungen, Titel oder Auszeichnungen hast, sollten die natürlich schon mit auf die Seite. Aber ganz nach unten. Um noch einmal zu betonen, dass du weißt, wovon du sprichst.

Und genau da kann auch ein schönes Testimonial hin. 

Fazit

Du brauchst eine Über-mich-Seite. Oder zumindest einen Abschnitt auf deiner Seite, in dem du dich, dein Warum und deine Werte vorstellst.

Die Langform ist aber immer besser, da sie gut besucht ist und so die Leute länger auf deiner Seite bleiben. 

Wähle eine knackige Überschrift, die Lust macht, weiterzulesen. Nicht „Über mich“

Mach gleich am Anfang deutlich, für wen du arbeitest, wer deine Wunschkunden sind. Sprich ihr Problem an und mach deutlich, dass du eine Lösung hast.

Mit deinem Warum zeigst du das Herzblut und die Passion, die hinter deiner Tätigkeit stecken, beides Pluspunkte beim Kunden. 

Durch die Werte und deine Vision definierst du noch klarer, für wen dein Angebot perfekt ist und schaffst noch einmal mehr Nähe und damit Vertrauen.

Am Ende: CTA nicht vergessen, sonst war die ganze Arbeit (zumindest zur Hälfte) umsonst.

Hast du eine Über-mich-Seite? Oder planst du so wie ich schon seit Ewigkeiten daran rum? 😉

2 Meinungen zu “Deine Über-mich-Seite

  1. Liebe Ina, vielen Dank für diesen großartigen Post. Ich gebe zu, dass ich für meine neueste Webseite immer noch keine Über-mich-Seite habe. Werde das mit deiner genialen Anleitung nun nachholen. Viele liebe Grüße, Stefanie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.