Der Businessstart ist wie ein zartes Pflänzchen

Ach, ich liebe es. Online-Gurus, die dir erklären, Facebook alleine reiche aus, um ein funktionierendes Online Business aufzuziehen. Richte dein Profil ein, schalte ein paar Anzeigen, mach ne Gruppe und dann: Sell!

Oder: Instagram reicht! Kim Kardashian macht das doch auch so.

Sorry. Vergiss es. Mag in Ausnahmefällen funktionieren. Normalerweise schießt du dir damit aber massiv ins Knie. 

Warum? Weil das nichts mit einem wirklichen Online Business zu tun hat. 

Also, was brauchst du tatsächlich für den Start? Wenn du deine Produkte online anbieten willst, dein Coaching oder vielleicht sogar Kurse. Um genau diese Frage geht es in der heutigen Folge von Besser schreiben.

Offline und Online Business ist in vielem gleich

Die Aussage kommt ja immer wieder: Online ist alles anders. Stimmt so aber nicht ganz. 

Deine Kunden oder die Leute, die du als Kunden gewinnen möchtest, sind immer noch Menschen aus Fleisch und Blut. Und ticken daher online nur bedingt anders als in der realen Welt.

Stell dir mal vor: Du läufst eine Straße lang und siehst an der Seite jemanden mit einem Stand. Der verkauft wirklich leckere Salami. Nett. Vielleicht nimmst du sogar etwas mit.

Dieser Stand ist dort jede Woche. Meistens gehst du vorbei. Manchmal bleibst du stehen und kaufst ein Päckchen. 

Eines Tages ist der Stand weg. Das Ordnungsamt hat zugeschlagen. Nix mehr Salami, nix mehr auf-der-Straße-verkaufen.

Im ersten Moment stört es dich nicht. Aber nach zwei Wochen, da packt dich der Jiper und du suchst deine Taschen durch. Irgendwann hast du doch mal den Flyer mitgenommen. Da steht doch bestimmt, wo die auch nen Laden haben. Du willst diese Wurst, jetzt! Und dann: die große Enttäuschung. 

Es gibt keinen Laden. Es gab nur diesen Straßenstand. Keine Chance, deinen Händler zu finden.

Der Straßenstand ist dein Social-Media-Auftritt. Facebook das Ordnungsamt, dass dich zum Beispiel sperrt, weil du auf deinem privaten Profil zuviel wirbst. Und der Laden, der dir Sicherheit und Umsatz auch nach der Sperre bringen würde: das ist deine Homepage.

Deine Homepage ist deine Home-Base, deine Basis für dein Business.

Wenn du Online verkaufen willst, egal was, ist deine Homepage der erste und wichtigste Schritt. Das ist dein Laden. Dein Zuhause. Da kann Facebook gar nichts.

Deine Homepage

Ok, deine Homepage, dein Laden. Der so heißt, wie du. So ist die Seite wirklich dein Zuhause und du kannst später auch mal was an deinem Angebot ändern ohne gleich den Namen wechseln zu müssen. Ausnahme ist natürlich, wenn es rein um ein Produkt geht. 

Willkommensseite

Was macht einen guten, attraktiven Laden aus? Zuerst einmal eine interessante Ladenfront. Das ist deine Willkommensseite. Leute, die vorbei kommen, werfen einen Blick rein und sehen idealerweise sofort, ob da etwas dabei ist, was sie anspricht. 

Angebotsseite

Ist das der Fall, kommen sie rein. Und was ist dann entscheidend? Richtig – die Art und Weise, wie du dein Angebot präsentierst. Hast du hochpreisige Handtaschen und verkaufst sie im Discounter-Style, wirst du Elise Ganzvielkohle aus Berlin Zehlendorf nicht ansprechen. Die stürzt sofort wieder rückwärts raus. Deine Auslage, online ist das deine Angebotsseite, sollte in jedem Fall in Sprache und Design zu deiner Zielgruppe passen. 

Über-mich-Seite

Ok, Schaufenster passt, Auslage ist schick und elegant. Elise kommt rein, schaut sich um und geht wieder. Warum?

Weil da jemand fehlt. Eine Verkäuferin, ein Verkäufer. Der sie nett anspricht, abholt, betreut. Genau diese Rolle übernimmt deine „Über-mich“-Seite.

Hier können Interessenten schauen, wer denn da eigentlich hinter dem Angebot steht. Menschen kaufen von Menschen. Ist die Verkäuferin sympathisch, wird sie Elise viel eher vom extra-teuren Modell überzeugen. Weil sie Elise erzählt, dass sie selbst so ein Taschen-Junkey ist und genau aus diesem Grund eben die neuesten Modelle am Start hat, die es nicht einmal im KaDeWe gibt. Neidfaktor garantiert. 

One-Pager oder mehrere Seiten?

Ok, Homepage ist klar. Du kannst natürlich die One-Pager-Variante wählen, wo alle drei Faktoren untereinander gezeigt werden. Eine Weile waren die mega-modern.

Meine Erfahrung (und die anderer, die sich so richtig mit Seiten auskennen) ist allerdings, dass es mehr Sinn macht, mit mehreren Unterseiten zu arbeiten. Das ist übersichtlicher für Besucher und auch für Google.

Impressum und Datenschutz

Damit das Ordnungsamt (in diesem Fall nicht Facebook sondern der Gesetzgeber) nicht meckert, gehören auch noch Impressum und Datentschutzerklärung zwingend zu deiner Seite. 

Eine professionelle E-Mail-Adresse

Und was ist jetzt, wenn der Laden zu ist? Ach, egal, dann gibt es ja den Briefkasten … Und nun denken wir wieder weiter.

Willst du, dass im Corona-Lockdown die Bestellungen der Kunden in deinem Privat-Briefkasten in Marzahn landen? Wohl eher nicht.

Also muss ein Briefkasten direkt an deinem Laden ran.

Für dein Online Business übersetzt: du brauchst mindestens zwei Business-Emails. Und die lauten mail@deineseite.de oder kontakt@… Oder oder. Wichtig ist, dass deine Email deine Domain, also deinen Seitennamen spiegelt. 

Warum mindestens zwei? Weil eine die Adresse wird, die du für Newsletter und alles andere nutzt, die zweite ist mehr eine Verwaltungsadresse, mit der du dich überall anmeldest und deinen Kram verwaltest. So läufst du nicht Gefahr, dass die Adresse, die tausendfach über den Newsletter draußen ist, genutzt wird, um Mist zu bauen.

Du hast keine Lust, ein weiteres Postfach zu verwalten? Ja mei, daran solls nicht scheitern. Du kannst diese Mail auch entspannt auf deine normale Mail umleiten. Spätestens, wenn dort wirklich was passiert, würde ich aber lieber ein neues Postfach in meiner Mail-App eröffnen. Denn du willst ja sicher nicht von Schnuppsibuppsi@aol.com aus antworten. 

Next Step – Social Media

Ja, ok. Social Media alleine reicht nicht. Ohne ist aber auch irgendwie schwierig. 

Wenn deine Seite steht und du wirklich professionell rausgehen willst, brauchst du auch ein Social Media Account. „Wieso das denn? Ich bin doch bei Facebook, seit Jaaahren“, sagst du jetzt vielleicht. Und dann sag ich: „Is ja schön, aber das ist deine private Spielwiese“. 

Bei Facebook und Instagram solltest du dir unbedingt eine eigene UnternehmensSeite einrichten.

Drei Gründe:

  • So kannst du immer noch auf deinem privaten Profil privat bleiben und musst nicht jede Anfrage annehmen
  • Anzeigenschaltung funktioniert definitiv besser über die Seite. Denn Facebook mag es nicht, wenn man das private Profil nutzt, um Business zu machen
  • Und: falls deine Seite mal gesperrt wird, kannst du zur Not noch übers private Profil handeln.

Bei Instagram ist es nicht viel anders. Dort reicht schon der Punkt, dass du mit einem Businessprofil deine Insights abrufen kannst, also siehst, welcher Beitrag gut gelaufen ist und wann deine Follower am aktivsten sind.

LinkedIn ist eine andere Baustelle. Wenn deine Zielgruppe dort unterwegs ist, du also eher B2B-Kunden suchst, solltest du dir dort auch ein Profil anlegen. Da kann es aber tatsächlich erst einmal das private bleiben.

Ok, das haben wir: Homepage mit Startseite, Über-mich und Angebotsseite, zusätzlich eine Facebook-Unternehmensseite. Was fehlt noch?

Eine Mailingliste 

Auch wenn du ganz am Anfang stehst, solltest du Leads sammeln. Leads sind grob zusammengefasst Email-Adressen von den Menschen, die an dir, deiner Story, deinem Angebot irgendwie interessiert sind. Denn das sind die, bei denen du am einfachsten einen Verkauf landen wirst. Und das mit etwas Glück nicht nur einmal. 

Eine E-Mail-Liste hat einen weiteren Vorteil: Follower auf Social Media sehen nur einen Bruchteil dessen, was du postest. Wenn Facebook dich rausschmeißt (und sei es für einen Tag) erreichst du sie gar nicht mehr. Deine E-Mail-Liste gehört aber dir. Zumindest solange, bis der Leser sich austrägt. Sie ist also der Kundenstamm für dein Online Business.

Das bedeutet im Klartext: Sobald du weißt, wo du genau hin willst, was du anbieten möchtest, solltest du dir Gedanken machen, wie du E-Mails einsammeln kannst, auf Neudeutsch: wie du Leads generierst. Am besten geht das über Freebies, also kleine Geschenke im Austausch gegen die entsprechende Adresse.

Damit aus diesen warmen Leads, also Leuten, die aktuell gerade an dir interessiert sind, keine kalten Leads werden, solltest du ihnen dann aber auch regelmäßig Futter geben. Also einen Newsletter schreiben.

Aber, wie immer schon öfter hier im Blog: Das ist ein Thema für eine weitere Folge. Fang erst einmal an, Adressen zu sammeln.

Einen Newsletter-Anbieter

Jetzt fragst du dich vielleicht, warum du dich gleich am Anfang mit komplizierten Newsletter-Anbietern auseinandersetzen sollst. Adressen sammeln kannst du doch auch so.

Ganz einfach, irgendwann kommst du nicht drumrum. Allein schon, weil du E-Mails nur mit Double Opt In rechtssicher nutzen darfst. Also wenn deine Abonenten nach der Anmeldung noch einmal extra bestätigt haben, dass sie wirklich auf deine Liste wollen. Und das setzt du technisch am einfachsten über einen Newsletter-Anbieter um. 

Dazu kommt, dass du so deinen E-Mails ganz einfach erstellen und automatisieren kannst. Und sie dann auch an tausende Adressen sendest. Dein normales Email-Programm bietet das nicht. 

Da ich immer wieder nach Empfehlungen gefragt werde: Ich persönlich bin ein Fan von Getresponse*. Dieser Dienst sitzt in Polen, also innerhalb der EU, was datenschutzrechtlich perfekt ist. Und auch sonst ist Getresponse easy im Handling. Activecampaign ist auch gut, Mailchimp wird auch von vielen genutzt. Hier ist es mit der DSGVO aber nicht ganz ideal, da die Server außerhalb der EU stehen.

Idealerweise probierst du einfach alle mal in Ruhe durch. Du hast immer ein paar Wochen kostenfreie Testzeit.

Ein späterer Wechsel, wenn du schon viele Adressen hast, gestaltet sich eher schwierig. Also lieber gleich am Anfang auf Herz und Nieren prüfen. 

Und das war’s schon.

Ok, nicht ganz. Du brauchst natürlich eine Idee, ein Angebot, Zahlungsmöglichkeiten, einen guten Steuerberater. Aber das sind alles Themen, die nicht direkt in meinen Amtsbereich fallen. Wer mich kennt, hat vielleicht ein bisschen erwartet, dass ich sage, du brauchst auch einen Blog. Aber ganz ehrlich. Das ist nicht Schritt Nummer eins. 

Fazit

Also, fassen wir nochmal zusammen. Das ist dein Startpaket für ein Online Business:

  • Du brauchst eine eigene Homepage, idealerweise mit deinem Namen als Domain. Also wie bei mir inamewes.com.
  • Dann solltest du mindestens ein Social-Media-Account haben, das professionell aufgezogen ist,
  • mindestens zwei Email-Adressen und eine
  • E-Mail-Liste
  • bei einem Newsletter-Anbieter.

Ok, erzähl mal. Kannst du bei allen Punkten einen Haken machen? Oder fehlt dir noch etwas?

P. S. der Link zu Getresponse ist ein Affiliate-Link. Solltest du dich über ihn dort anmelden, erhalte ich eine kleine Provision. Meine Empfehlung hat damit aber nichts zu tun, ich bin selbst überzeugte Kundin 🙂

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