Was erfährst du in diesem Beitrag?
Heute steigen wir tiefer in etwas ein, das viele von euch schon gefühlt verstanden haben, aber noch nicht bewusst nutzen: die drei Story-Arten, die in keinem Business fehlen dürfen.
Wenn Folge 105 das „Warum“ war, also warum dein Content manchmal so klingt, als würdest du durch einen leeren Tunnel rufen, dann ist das heute das „Wie“.
Wie erzählst du eigentlich Geschichten, die hängen bleiben?
Geschichten, die Nähe schaffen?
Geschichten, die wirklich etwas rüberbringen, außer deiner Verzweiflung über den Instagram-Algorithmus?
Keine Sorge: Du musst dafür weder Romanautorin werden noch dein gesamtes Leben in epischer Breite auf Social Media ausbreiten.
Die Story-Arten, um die es heute geht, funktionieren für jede Persönlichkeit: introvertiert, extrovertiert, über-den-Dingen-schwebend oder leicht-chaotisch-kreativ.
Lehn dich zurück, wir tauchen ein.
Warum verschiedene Story-Arten wichtig sind
Viele denken:
„Okay, Storytelling … eine Geschichte. Also EIN Ding. Eine Story, die meine Marke trägt.“
Ähm … nein.
Das wäre ungefähr so, als würde man denken:
„Für meinen Kleiderschrank brauche ich genau EIN Kleidungsstück. Und zwar für jeden Anlass.“
Sommer, Winter, Hochzeit, Couch – alles in einem.
Ein Allzweck-Pullover-Kleidungsstück … Sack …
Praktisch wäre es – aber stylisch, na ja.
Genauso ist es mit Stories.
Es gibt Geschichten, die verbinden.
Geschichten, die Autorität zeigen.
Geschichten, die einen Aha-Moment auslösen.
Geschichten, die einfach nur sagen:
„Hey, ich bin auch ein Mensch, keine Content-Maschine.“
Und genau deshalb brauchst du unterschiedliche Story-Arten, die zusammen das Fundament deiner Marke bilden. Drei davon reichen. Nicht mehr, nicht weniger.
Story-Art #1 –
Die Origin Story
(Warum du tust, was du tust.)
Die Origin Story ist die Geschichte, die den Menschen erklärt,
warum du hier bist.
Warum du deine Arbeit machst.
Warum jemand denken sollte:
„Ah! Jetzt verstehe ich sie.“
Es ist der Moment, der deinen Weg geprägt hat, oft ein Aha-Moment, eine schmerzhafte Erfahrung oder ein Wendepunkt.
Und jetzt kommt der spannende, aber wichtige Teil:
Deine Origin Story muss NICHT dramatisch sein.
Du musst weder bei Vollmond deine Kündigung tanzend ins Lagerfeuer geworfen haben noch auf einem Berg in Bhutan deine wahre Berufung gefunden haben.
Die Formel für die Origin Story:
Man nehme einen realen Moment, der echte, dauerhafte Motivation hervorgerufen hat und erzähle diesen.
Nur nochmal zur Erklärung: Das hier ist keine Origin-Story:
* „Ich wusste schon mit 6 Jahren, dass ich Coach werde.“ (Bitte nicht.)
* „Ich habe 37 Bücher über Persönlichkeitsentwicklung gelesen und dann hat’s *klick* gemacht.“ (Es macht selten *klick*. Es macht eher *krkrkrk*, und dann stolpert man los.)
* „Ein Adler flog über mich hinweg und ich wusste: Es ist Zeit.“ (Auch wenn’s schön klingt.)
Nein. Du brauchst keinen Hollywood-Moment.
Was du brauchst, ist:
- Eine Ausgangssituation (Wie war’s vorher?)
- Ein Wendepunkt (Was ist passiert?)
- Eine Erkenntnis (Was hast du verstanden?)
- Ein Heute (Warum ist das die Basis deiner Arbeit?)
Hier mal ein konkretes Beispiel:
Eine Kundin von mir ist Business-Coach.
Ihre Inhalte sind gut.
Richtig gut.
Aber irgendwie auch wie eine IKEA-Aubau-Anleitung:
informativ, korrekt, aber emotional ziemlich flach.
Eine Frage, die ich in der Zusammenarbeit häufig stelle, ist die nach der Motivation, dem Warum. Ihre Antwort: „Naja, ich will Frauen helfen, selbstständig zu sein.“
Klar, das ist toll, aber völlig ungreifbar.
Und irgendwann erzählte sie dann nebenbei, zwischen Tee und drittem Keks:
„Weißt du, ich war damals im Konzern. Großes Meeting. Zwanzig Männer, ein langer Tisch, und ich … ich durfte die Powerpoint-Folien durchklicken.
Nicht sprechen.
Nur klicken.“
In diesem Moment habe sie begriffen:
„Ich will, dass Frauen in Meetings sprechen – nicht nur schickes Beiwerk sind.“
Zack. Da war sie: ihre Origin Story.
Klar, nachvollziehbar, menschlich, kraftvoll.
Das ist eine Geschichte, die verbindet, die sich echt und authentisch anfühlt. Weil es eine Situation beschreibt, die man absolut nachvollziehen kann.
Story-Art #2 —
Die Kunden-Story
(Warum deine Arbeit wirkt.)
Die Kunden-Story ist der Beweis dafür, dass deine Arbeit funktioniert, aber erzählt mit Herz und Verstand.
Es geht dabei nicht um Superlative wie „Sie hat 10.000 € Umsatz gemacht!“
Das interessiert ehrlich gesagt niemanden.
Und schon gar nicht deine Zielgruppe, die denkt:
„Super, aber ich bin nicht mal sicher, was ich posten soll.“
Es geht um Transformation.
Eine emotionale Reise.
Ein Vorher, ein Nachher, mit einem menschlichen Kern.
Wir alle haben schon einmal versucht, eine Erfolgsgeschichte zu erzählen, die klang wie eine schlecht übersetzte Amazon-Produktbeschreibung:
„Nach dem Coaching hatte sie mehr Klarheit und Struktur.“
– Ja … aber wie fühlt sich das an?
– Was hat sich dadurch verändert?
– Wo ist der Mensch in der Geschichte?
Eine gute Kunden-Story heißt:
Du erzählst von dem Moment, in dem etwas “klick” gemacht hat oder sich gelöst, verändert, bewegt hat.
Auch hier wieder ein konkretes Beispiel.
Eine Teilnehmerin meines Programms hat zum ersten Mal eine persönliche Szene in ihren Newsletter eingebaut. Sie glaubt, niemand würde reagieren. Sie drückt auf Senden und hat sofort das Bedürfnis, sich unter dem Schreibtisch zu verstecken.
Zwei Stunden später:
Zwölf Antworten.
Alle: „Danke, endlich jemand, der ausspricht, wie es wirklich ist.“
So etwas bewegt Menschen.
Nicht wegen der Zahl, sondern wegen der Wirkung.
Kunden-Stories zeigen:
„Schau, es muss kein Riesenwunder passieren, kleine ehrliche Schritte reichen.“
Story-Art #3 –
Die Everyday Story
Die dritte Art ist meine persönliche Lieblingsgeschichte:
die Alltagsgeschichte.
Das sind die Mini-Szenen aus deinem Alltag, die nichts Großes brauchen, aber alles transportieren: Humor, Haltung, Werte, Persönlichkeit.
Du kennst diese Stories:
* Der Moment, in dem du eigentlich eine perfekte E-Mail schreiben wolltest … und dann 20 Minuten damit verbracht hast, die Schriftart auszuwählen.
* Die Beobachtung, dass deine Katze grundsätzlich in die *kleinste* Kiste steigt, obwohl daneben eine riesige steht.
* Oder wie du im Café sitzt und hinter dir jemand sagt:
„Ich will mit LinkedIn anfangen, aber ich weiß nicht, worüber ich schreiben soll“
und du innerlich denkst:
Kenn ich, Schwester. kenn ich.“
Alltags-Geschichten zeigen: Ich bin wie du. Wir sitzen im selben Boot. Das schafft Vertrauen, Nähe und echte Verbindung.
Wie findest du nun diese Alltags-Geschichten, die sich lohnen zu teilen?
Du musst nicht auf Inspiration warten wie auf einen DHL-Boten, der nie klingelt.
Du brauchst nur eins: ein offenes Auge.
Frag dich im Alltag:
* Was war gerade witzig?
* Was war überraschend?
* Was hat mich zum Nachdenken gebracht?
* Was hat mich kurz irritiert oder berührt?
Das sind die Mini-Geschichten, die Menschen mögen,
weil sie wahr sind.
Nicht spektakulär, sondern echt.
Wie diese drei Story-Arten zusammenspielen
Stell dir vor: Du bist ein Museum.
Die Origin Story ist die Eröffnungsausstellung: „So hat alles angefangen.“
Die Kunden-Stories sind die wechselnden Sonderausstellungen: „So sieht das aus, wenn Menschen damit arbeiten.“
Und die Alltags-Geschichten sind der Museumsshop: Kleine Mitbringsel, die man sofort mitnimmt, weil sie leicht, charmant und irgendwie typisch für dich sind.
Gemeinsam ergeben diese drei Story-Arten ein Bild: dein Bild.
Deine Marke.
Deine Stimme.
Deine Welt.
Fazit
Wenn du diese drei Story-Arten beherrschst, brauchst du nie wieder panisch denken: „Worüber soll ich posten?“ oder „Was schreibe ich in meinen Newsletter?“
Du hast alles, was du brauchst, bereits in deinem Leben.
In deinen Erfahrungen.
In deinen Beobachtungen.
In deinem Alltag.
Storytelling ist nichts, das man „erfindet“.
Es ist etwas, das man sieht und wiedergibt.
Und Storytelling macht dich nicht nur sichtbar, es macht dich greifbar.
Und greifbar heißt: buchbar.
Und genau darum geht’s in meinem 12-Wochen-Programm, das bald wieder startet.
Wir graben diese Geschichten aus. Die großen, die kleinen, die humorvollen, die tiefen.
Wir bauen sie in deine Marke ein.
Wir üben sie in deinem Newsletter,
in Social Media,
in deiner Angebotskommunikation.
Und das Schönste:
Du wirst merken, wie sich dein Marketing plötzlich leichter anfühlt.
Wie du deine Stimme findest.
Wie du Stories erzählst, die verkaufen, weil sie verbinden.
Wenn du bis zum Start nichts verpassen willst, trag dich in meinen Newsletter ein.
Da teile ich in den nächsten Wochen Behind-the-Scenes, Gedanken, Einblicke und natürlich den Starttermin.
Zum Schluss nur das:
Du brauchst keine perfekte Story.
Du brauchst deine Story.
In all ihrer Echtheit, mit all ihren Ecken und Kanten.
Denn Menschen kaufen nicht die Person,
die perfekt klingt, sondern die, die sie fühlen.
Bis zur nächsten Folge und bis dahin:
Erzähle deine Geschichte.
Sie ist deine Superkraft.



