Ein Newsletter für dein Business! (Teil 2)

Newsletter

Ok, du hast erkannt: Es geht nicht ohne. Denn wenn du nicht Lippenstift-Influencerin bist, sind Facebook und Co eine nette (und wertvolle) Ergänzung deines Marketings. Aber nicht die eigentliche Basis. 

Die wirkliche Basis ist eine gut gefüllte Newsletter-Liste mit Lesern, die jeden Donnerstag schon darauf warten, dass du endlich schreibst. Die dir sorgenvolle Nachrichten senden, wenn ein Lebenszeichen von dir ausbleibt. 

Ok, ich übertreibe 😉

Eine super Basis ist eine Newsletter-Liste mit Leuten, die sich für deine Themen interessieren, deine Mails tatsächlich öffen, hin und wieder mal einen Link klicken und vielleicht sogar mal antworten.

Aber wie schaffst du das? Leser wirklich binden? Dafür sorgen, dass dein Newsletter gelesen wird und nicht direkt im Papierkorb landet? Darum geht es in dieser Folge.

Du kannst nicht jeden halten

Das ist meine erste und wahrscheinlich härteste Lektion. Gerade, wenn du am Anfang stehst und dich über jeden einzelnen Kontakt freust, sinkt das Herz in die Kniekehle, wenn dein Newsletter rausgeht. Wie viele öffnen ihn? Meldet sich jemand ab? Ohje, was hab ich falsch gemacht?

Bei vielen Newsletter-Dienstleistern gibt es die Möglichkeit, anzuklicken, warum man raus will. In den meisten Fällen liegt es daran, dass man insgesamt mit Mails überflutet wird. Irgendwann nervt es enorm und dann geht das große Reinemachen los. Abmelden von allem, was nicht wirklich, wirklich relevant ist. Völlig ok und verständlich.

Und nein, das bedeutet nicht, dass du und deine Inhalte nicht relevant sind. Sie sind es nur nicht für diese einzelne Person. Und das ist ok!

Denn mit dem Newsletter ist es wie in der Liebe in Teeniezeiten: Wenn der Typ im Biokurs drei Reihen vor dir kein Interesse hat, hilft es nicht, immer und immer wieder neue Zettelchen zu schreiben und hinzuwerfen. Lass ihn ziehen. Soll er sich doch seine Samantha suchen. Er weiß gar nicht, was er verpasst. 

Schule Mädchen von hinten

Was will ich sagen? Ja, behalte natürlich deine Zahlen im Auge. Aber brich nicht zusammen, wenn immer mal wieder ein paar Abmeldungen dabei sind. 

Was schreibst du?

Ein guter Newsletter dient in erster Linie dazu, Interessenten bei der Stange zu halten. Und das funktioniert nur über Mehrwert.

Ja, du willst darüber verkaufen. Aber der Verkaufsteil sollte, wie auch bei Social Media, maximal 20% der Inhalte ausmachen. Der Rest ist Pflege. Biete deinen Lesern Stoff, den sie gerne konsumieren. Bei dem sie etwas lernen, etwas mitnehmen können.

Ideal ist es natürlich, wenn du über deinen Blog, deinen Podcast oder wie auch immer regelmäßig wertvolle Inhalte in die Welt bringst. Denn die sind das perfekte Futter für einen Newsletter. 

Du hast einen neuen Artikel? Dann reiße kurz an, worum es geht und warum das Thema für deine Leser relevant ist. Um neugierig zu machen, kannst  du hier gut mit Storytelling arbeiten. Wenn dein Beitrag über Rosenschnitt geht, dann erzähle zum Beispiel kurz, wie du deine Lieblingsrose beim ersten Schnitt total verhunzt hast. Wie traurig du warst. Dass du dich dann erkundigt hast, sie retten konntest und jetzt weißt, wie es besser geht. Und darum geht es im Blogbeitrag.

Das gleiche gilt für Podcast und Co. Teaser deine Leser an, mach sie neugierig auf die Inhalte, die du woanders teilst. Schreib nicht nur: „Neuer Blogartikel: Heute geht es um Rosenschnitt.“

Ja, klingt spannend. Total. Echt. Nicht. 

Kein Blog? Kein Drama

Wenn du nicht auf externen Content zurückgreifen kannst, empfehle ich dir dringend, einen Themenplan aufzustellen. Normalerweise hast du den für deinen Blog. Wenn der aber nicht da ist, solltest du schon im Vorfeld wissen, worüber du im Newsletter schreibst.

Das Prinzip ist das gleiche. Bleib bei deinem Kernthema. Such dir Themen, die genau dieses Kernthema beinhalten.

Denn nochmal: Der Newsletter ist da, um Interessenten zu binden. Und das schaffst du nur, wenn du sie weiter mit dem fütterst, was sie zur Anmeldung bewogen hat. Such dir Aufhänger, wie bestimmte Feiertage oder aktuelle Themen.

Gib Tipps, teile Erkenntnisse, gib dein Wissen raus. Hab keine Angst, dass niemand deinen Kurs bucht, nur weil er im Newsletter schon grob gelesen hat, wie es theoretisch geht. Info ist das eine, Umsetzung eine ganz andere Hausnummer. 

In meinen Schreibworkshops erzähle ich nichts, was nicht auch über Podcast und Blog verfügbar wären. Der Grund, den Kurs zu buchen, ist die konkrete Anleitung, Umsetzung und das Feedback der anderen Teilnehmer und von mir. 

überfordere nicht im newsletter

Überfordere nicht

Ein Newsletter, ein Thema. 

Überfordere deine Leser nicht. 

Du hast einen neuen Kurs am Start, du bist Gast in einem tollen Podcast und Geburtstag hast du auch noch? Alles schön, aber zu viel des Guten. Konzentriere dich auf ein Thema. Auch hier wieder: ein Themenplan hilft. So kannst du deinen Kursstart verkünden und den Podcast-Gastauftritt auch noch in der Folgewoche thematisieren. 

Nimmst du verschiedene Themen auf, wird immer ein Teil untergehen. Unsere Aufmerksamkeitsspanne wird immer kürzer. Wir überfliegen Texte. Springst du zu einem neuen Thema, fällt entweder der erste Teil runter oder der zweite. Also entscheide klug, was genau in dieser Woche wirklich wichtig ist.

Einzige Ausnahme: das Post Scriptum, kurz P. S. Da kannst du auch mal eine zusätzliche Kleinigkeit unterbringen. Aber eben nur eine Kleinigkeit.

Wie schreibst du?

Das ist tatsächlich ganz einfach. Schreib deine Newsletter so, als ob du mit einer Freundin schreibst. Nicht deine engste Freundin, klar. Deine Eheprobleme oder der missglückte Haarfärbeversuch haben im Newsletter nichts zu suchen (obwohl man aus dem Farbdisaster schon was Schönes basteln kann;)). Aber schreib nicht für die Masse. 

In einer der ersten Folgen habe ich das Thema Buyer Persona aufgeworfen. Dort geht es genau um die Frage: Für wen schreibst du? Diese Buyer Persona ist die Person, an die du dich richtest. Direkte Ansprache. Du, statt ihr. Oder Sie. Kommt auf deine Zielgruppe an. Aber schreib einer Person, nicht vielen.

Nutz deine eigene Sprache, dein Wording. Fühl dich in dein Gegenüber ein und überlege, warum es jetzt gerade deinen Newsletter lesen sollte, was deinen Text interessant und lesenswert macht.

Und dann schreib los. 

Bitte keine seitenlangen Textwüsten. Mehr als eine bis anderthalb Seiten bei Word sollte dein Newsletter nicht haben. Hast du regelmäßig mehr mitzuteilen, solltest du definitiv über einen Blog nachdenken 😉 

Schreib nur, wenn du was zu sagen hast

Ja, ich weiß. Auch beim Newsletter predige ich Regelmäßigkeit. Wenn du aber partout kein Thema hast, dann spar dir die Arbeit und deinen Lesern den Frust. Denn nichts ist unwillkommener als Blablabla. Dann lieber mal eine Woche aussetzen oder auch zwei. Jeder hat mal Phasen, wo anderes wichtiger ist. Keiner wird dich schlagen, wenn du zwischenzeitlich aussetzt.

Ich habe zwei dieser „Auszeiten“ gehabt. Die eine war geplant. Ich wusste, dass ich im Sommer mit dem neuen Beta-Kurs und meinen Offline-Kunden schwer am Wirbeln sein werde und hab mich quasi „abgemeldet“. Meine Leser wussten, die kommenden drei Wochen kommt erst einmal nichts. Danach geht es aber weiter.

Die zweite Auszeit war ungeplant. Leben ist das was passiert, während du noch planst. Irgendwie so geht der Spruch.

Jedenfalls konnte ich über zwei Monate keinen neuen Content erstellen und auch meinen Newsletter nicht pflegen. Am Ende hat aber auch das mir nicht geschadet. Eher im Gegenteil. Ich hab mich an meine eigene Regel gehalten: Authentisch sein. Ehrlich. Ich hab kurz erklärt, warum ich weg war und dass es nun weitergeht. Selten habe ich so viele Rückmeldungen auf eine einzelne Nachricht erhalten. 

Sparschwein mit Geld

Und wie verkaufst du?

Uiii, jetzt wird es spannend 😉

Und ich muss ein wenig ausholen. Denn ja, deine Newsletterliste ist auch dafür da, um zu verkaufen. Aber einfach nur Angebot reinhauen und die Kasse klingeln hören ist auch nicht. 

Es kommt immer darauf an, was genau du verkaufen willst. Geht es um Kleinigkeiten, Tiny offers oder Sonderangebote, kannst du die auch gut mit in der allgemeinen Newsletter-Liste unterbringen. Sobald du aber ein richtiges Online-Angebot verkaufen willst, brauchst du einen Launch

Der Launch

Falls dir dieser Begriff das erste Mal über den Weg läuft: Ein Launch ist ein Prozess, in dem du Leute auf dein Angebot vorbereitest, sie quasi „heiß machst“ und dann mit deinem Yeah-muss-ich-haben-Angebot abholst. 

Auf Social Media begegnen dir diese Launches alle Nase lang. Der Klassiker ist eine Challenge. 5 Tage, um bei Instagram richtig durchzustarten, 4 Tage, um mit dem Basenfasten zu beginnen. Alles kostenfrei und mit ganz viel Input. Und am Ende dann der Verkaufsteil, in dem der nächste Schritt an den Mann oder die Frau gebracht wird. 

Was bedeutet das jetzt für deinen Newsletter?

Wenn du alle Abonnenten in deine Launch-Aktivitäten einbindest, wirst du vor allem eines: Abonnenten verlieren. Denn dein jetziges Angebot passt nicht für jeden. Klar, im Idealfall hast du lauter Wunschkunden in der Liste. Aber selbst die sind nicht immer und überall bereit, mit einzusteigen. Das bedeutet, dass du deine Liste schon nutzen kannst, aber nur teilweise.

Wenn du einen Launch in Angriff nimmst, lade deine Newsletter-Abonnenten ein, daran teilzunehmen. Gerne auch zweimal, aber sachte.

Die, die Interesse haben, kommen in eine Extra-Liste, die Launch-Liste. Zusammen mit den Leuten, die du über andere Kanäle gewinnen konntest. 

Diese Launchliste erhält in den kommenden Tagen deutlich mehr und andere Mails als der normale Newsletter. Hier geht es erst einmal um die Challenge (oder was immer du dir als Zugpferd überlegt hast) und dann knallhart ums Verkaufen

Wenn dein Launch erfolgreich ist, hast du Umsatz gemacht. Du wirst aber auch einige haben, die aus der Launch-Liste abspringen. Das ist ok. Die, die übrig bleiben, landen bei dir im normalen Newsletter. Stelle dafür aber sicher, dass du im Vorfeld ihre Erlaubnis eingeholt hast. Und die, die schon drin waren und sich nur von der Launchliste abgemeldet haben, sind auch noch da. 

Denk immer an die 80/20-Regel. 80 % Mehrwert, 20% Verkauf. In der Launchliste gilt die nicht, im normalen Newsletter unbedingt.

Fazit: 

Schreibe für deine Buyer persona, deine Wunschkundin, denn sie willst du ansprechen. Nutze die direkte Ansprache. Gebe Mehrwert raus.

Hast du wertvollen Content, den du teilen kannst, nutze ihn für deinen Newsletter. Mach neugierig und nutze Storytelling, um deine Blogbeiträge anzuteasern. Hast du keinen Blog, brauchst du trotzdem einen Themenplan.

Verkaufen ja, aber nicht zu pushy.

Bei größeren Aktionen nutze eine Launchliste, um deinen normalen Newsletter nicht zu zerstören. Und trau dich, Mehrwert rauszugeben. Zu viel geht nicht. Wissen, wie es geht, heißt noch lange nicht, selbst umsetzen. Vertrau auf dich und deine Inhalte und vor allem: Sei authentisch!

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