Der Teaser Text – perfekter Einstieg oder Desaster

Teaser Texte

Teaser Texte bestimmen gemeinsam mit der Überschrift, ob deine Leser weiterlesen oder wegklicken. Diese kurzen Einstiegssätze sind also entscheidend, egal ob bei Blogbeiträgen, Landingpages oder Social-Media-Kampagnen.

In diesem Beitrag erfährst du, was genau einen guten Teaser Text ausmacht, worauf du beim Schreiben achten solltest und wo überall du mit diesem Textbaustein arbeiten kannst.

Neugierig? Dann weiterlesen!

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Teaser Texte – warum du sie nutzen solltest

Ein gut geschriebener Teaser funktioniert wie die Vorschau bei Netflix oder im Kino. Die kleinen Filmchen, bevor der Eismann durchkommt, zeigen dir schnell, worum es geht. Und du bekommst einen Vorgeschmack, ob dir der Stil gefällt und das Thema spannend ist.

Eine gut gemachte Vorschau lässt dich das Popcorn und die Liter-Flasche Cola bereitstellen. Ist sie schlecht, entgeht dir vielleicht ein Hammerfilm, aber wissen wirst du es nicht, denn dein Interesse ist weg.

Egal, was für Texte du schreibst, du bist nicht allein mit deinen Inhalten. Das bedeutet, dass du deinen Leser so schnell wie möglich überzeugen musst, dass genau dein Text das ist, was er lesen will.

Das gilt nicht nur für Anfang eines Blogartikels. Teaser Texte tauchen an vielen anderen Stellen auf. 

Wo kannst du mit Teasertexten arbeiten?

Wenn du deinen Beitrag auf Social Media teilst, wirst du nicht den gesamten Inhalt dort einstellen. Also brauchst du einen Aufhänger, der zum Weiterklicken animiert. Genauso sieht es bei Anzeigen aus, die auf deine Landingpage verweisen und Ankündigungen im Newsletter, die weiterführen wollen. Selbst die Description in den Meta-Tags, also der Beschreibungstext bei den Google-Suchergebnissen, ist ein Teaser Text.

Im Journalismus werden Teaser Texte ebenfalls alle Nase lang eingesetzt. Achte mal drauf. Selbst eine normale Nachricht beginnt mit ein, zwei Sätzen, die den Inhalt des Artikels grob zusammenfassen und neugierig machen. 

Aufhänger für Blogartikel

Kommen wir zur ursprünglichen Variante zurück: dem Einstieg in deinen Text.

Gerade bei längeren Beiträgen ist es wichtig, die Neugier anzuregen, also zu „teasern“.

Stell dir vor, du schreibst einen langen Artikel über die Vorzüge des Coaching und steigst direkt mit der Definition ein. Trockener geht’s nicht. Abgesehen davon weiß dein Leser dann ja auch gar nicht, ob er seine Frage – wie genau das Coaching bei dir abläuft – überhaupt erklärt wird. Und die wenigsten haben die Muße, deinen Beitrag zu überfliegen und selbst zu suchen, ob drin ist, was sie wollen. Also musst du ihnen helfen und zeigen, was du liefern wirst.

Bleiben wir bei dem Bild der Netflix-Vorschau.

Dort gibt es drei Varianten: du siehst die ersten Filmminuten, direkt den Anfang. Meist nicht spannend und es sagt wenig darüber aus, wie es insgesamt weiter geht.

Variante zwei: es gibt einen Zusammenschnitt der wichtigsten Szenen, dummerweise wird dabei aber schon verraten, wer der Mörder ist. Hmm, warum genau soll ich das jetzt noch gucken?

Variante drei ist dein perfekter Teaser: verschiedene Szenen werden angerissen, du weißt, worum es geht, Spannung wird aufgebaut. Und du drückst direkt Start, weil du wissen willst, was genau dort passiert.

Der Teasertext ist der Einstieg und die Karotte

Karotte?

Ja, die Möhre, die man dem Esel hinhängt, damit er losläuft. In dem Fall ist der Teasertext der Anreiz, weiterzulesen. Im Englischen spricht man vom Hook – also von einem Haken. Hat der Leser den geschluckt, kommt er nicht mehr weg.

Aber wie genau funktioniert das nun? Worauf musst du achten?

Neugieriger Nachbar

5 Tipps für einen guten Teaser-Text

Der Teaser kommt zum Schluss

Wie jetzt, der Teaser soll doch ganz an den Anfang, oder? Das ist richtig. Er ist aber normalerweise der letzte Schritt im Schreibprozess

Warum?

Weil er den Inhalt wiedergeben soll. Und das geht am besten, wenn du den Rest des Artikels fertig hast. Erst dann kannst du konkret sagen, was den Leser konkret erwartet, was die Kernaussage ist und was du im Text bietest. Genau diese Aussagen sollten in den Teasertext rein.

Der Teaser ist häufig eine Art kurzer Inhaltsangabe. Wenn du die wichtigsten „W-Fragen“ beantwortest, hast du schon viel abgedeckt. Wer, Warum, Was, Wann, Wie – das sind die Klassiker.

Alle musst du nicht beantworten. Ein Teil ist aber immer gut.  

Arbeite mit Cliffhangern

Damit deine Leser nicht wegklicken, weil sie schon alles wissen, hältst du dich kurz und versuchst, ein bisschen Spannung aufzubauen.

Ähnlich, wie am Ende von einzelnen Serienfolgen kann dein Teaser mit einem Cliffhanger enden. Wer den Text sieht, muss einfach weiterlesen, weil er oder sie zu neugierig ist, wie es denn nun weitergeht oder was genau du verrätst. 

Eine gute Variante des Cliffhangers ist eine Aussage, die der Leser so vielleicht nicht erwartet.

Beispiel gefällig? Hier ein Teaser zu einem Text zum Thema SEO

SEO ist im Online-Marketing nicht wegzudenken. Ohne Suchmaschinenoptimierung rankt keine Seite und deine Inhalte werden nicht gesehen. Im folgenden Artikel zeige ich dir, wie du mit wenigen einfachen Schritten Google und Co. glücklich machst, was du tunlichst vermeiden solltest und warum Keywords eigentlich unwichtig sind.

Ok, Keywords unwichtig? Spätestens hier habe ich meine Leser.

Denn Keywords sind doch entscheidend für SEO, oder nicht? Im weiteren Artikel mach ich dann deutlich, dass es viele, viele andere Faktoren gibt, die mindestens genauso wichtig sind und zeige, dass die klassische Keyword-Arbeit, wie vor ein paar Jahren gängige Praxis, überholt ist und worauf es mittlerweile ankommt. 

Nutze Fragen im Teaser

Wie gesagt: der Inhalt sollte in den kurzen Zeilen deutlich werden. Du kannst aber auch Neugier aufbauen, indem du mit einer Frage arbeitest. Dann geht dein Leser davon aus, dass du genau diese Frage im folgenden Text auch beantwortest.

Und ja, das solltest du dann auch. Ansonsten fühlt sich dein Leser veräppelt und wird wohl eher nicht wiederkommen. 

Wichtig ist, mit offenen Fragen zu arbeiten, also denen, auf die man nicht einfach Ja oder Nein antwortet. Offene Fragen regen zum Nachdenken an und machen auch klar, dass es mehr als eine Antwort geben könnte. 

Auch hier ein Beispiel zum SEO-Artikel

Mit der Suchmaschinenoptimierung steht und fällt die Sichtbarkeit deiner Seite. Soviel ist klar. Keywords, Bildattribute, Backlinkstrukturen – der Algorithmus will gefüttert werden. Was aber, wenn ein einziger kleiner Tipp dir schon helfen würde, deine Texte ideal anzupassen, ohne, dass du dafür studieren musst?

Denk immer an deine Leser

Ich kann es nicht genug betonen. Du schreibst nicht für dich, du schreibst für deine Leser.

Wenn du dich also an den Teaser setzt, überlege ganz genau, was dein Leser wissen will, was er erwartet. Und dann schreibe genau das. Nicht aus deiner Warte, sondern aus der Sicht deiner Buyer Persona

Und versuch dich lieber nicht an Clickbaiting. Das wird ja auch heute immer noch gerne genutzt, besonders bei Überschriften. Aber auch bei Teasertexten ist für viele die Versuchung groß.

Beim Clickbaiting machst du den Leser heiß, indem du irgendetwas total Spannendes und Aufregendes ankündigst, was dann aber in den meisten Fällen schlicht nicht erfüllt wird. 

Küchenzuruf

Arbeite mit dem Küchenzuruf

Dem was? 

Der Küchenzuruf ist ein Hilfsmittel, um prägnant und kurz wichtige Informationen auf den Punkt zu bringen. 

Stell dir vor, du sitzt im Wohnzimmer, dein Partner steht in der Küche und bereitet das Essen vor. Du siehst etwas Aufregendes im Fernsehen. Und da kommt er, der Küchenzuruf: „Hey Darling, in Beirut gab es gerade eine extrem große Explosion. Noch ist nichts klar. Wenn du den Brennpunkt mitgucken willst, komm schnell her!“

Ok, eigentlich geht das Ganze auf Henry Nannen, Gründer des Stern zurück. Der Küchenzuruf ist ursprünglich eine Hilfe für Journalisten, in einem Artikel die Kernaussage nicht aus dem Blick zu verlieren. Aber genau genommen ist er eben auch der perfekte Teaser.

Denn wenn die Kernaussage eines Textes überzeugt, will ich mehr darüber wissen und lese weiter.

Weitere Schreib-Tipps für deinen Teaser Text

Schreib kurz, prägnant und klar verständlich.

Das gilt natürlich insgesamt für deinen Text, besonders aber im Teaser. Stolpert der Leser über unbekannte Begriffe oder Satz-Ungetüme, steigt er direkt aus.

Und das willst du ja nicht. 

Beschränke dich auf wenige Sätze.

Der Teaser ist ein kurzer Einstieg. Die Betonung liegt auf kurz! Ein guter Richtwert sind 300 Zeichen. Bei Twitter liegt die Begrenzung bei 280 Zeichen. Und was da alles reinpasst! Kriegserklärungen, Staatsaffären, Schenkelklopfer …

Strukturiere deinen Teaser.

Das geht am einfachsten mit Bindestrichen, Doppelpunkt und Co. So schreibst du zwar noch immer einen flüssigen Text, gibst ihm aber zusätzlich ein bisschen Aufzählungs- und Stichpunktcharakter und kannst ihn so straffen.

Achte auf die Überschrift.

Well yes, der Teaser ist kein Einzelkind. Er kommt immer mit einer Überschrift und die beiden sollten in sich geschlossen Sinn machen. Passen sie nicht zusammen oder sind widersprüchlich, entsteht eine Textschere im Kopf des Lesers und er steigt aus. Achte aber auch darauf, im Teaser nicht zu wiederholen, was eh schon in der Headline steht. Einzige Ausnahme: das Keyword. Das darf und sollte natürlich in beiden vorkommen. Wichtiger als der SEO-Aspekt ist aber immer der Lesefluss. Wenn das Keyword nicht passt oder es erzwungen klingt, dann nimm lieber eine Alternative. 

Praxis-Tipp

Halte die Augen offen und achte darauf, wie andere solche Texte einsetzen. Du wirst erstaunt sein, wie oft du auf diese Appetizer stößt.

Probier dich aus. Immer wieder und wieder. Stück für Stück werden deine Teasertexte so besser.

Fazit

Ohne Teaser kommst du im Online Marketing nicht weit. Sie machen Lust, weiterzulesen oder einen Beitrag anzuklicken.

Sie geben kurz wieder, was den Leser erwartet und bauen Neugier auf. Wichtig ist, dass du auch hier aus der Sicht des Lesers schreibst.

Wie siehts aus? Hast du alles gefunden, was du nach dem Teaser zu diesem Beitrag erwartet hast?

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