Pillar Content für deinen Blog

Pillar Content für deinen Blog

In einer der letzten Folgen habe ich dir Pillar Content empfohlen, um so zu Beitragsthemen für deinen Blog zu kommen. In dieser Folge erkläre ich dir, was genau das jetzt eigentlich ist, warum das so genial für deine Reichweite ist und vor allem: wie du deinen eigenen Pillar-Content entwickelst.

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Pillar Pages oder Beiträge sind ein absoluter Geheimtipp, um deine Sichtbarkeit als Experte nach oben zu bringen. 

Pillar Content – was ist das?

Ich versuche es mal ganz einfach zu erklären. Die klassische Content-Strategie bei einem Blog ist, für möglichst viele Keywords bei Google hoch zu ranken. So ist die Chance größer, dass potentielle Kunden irgendwo mal über deine Seite stolpern und dich wahrnehmen. 

Bei dieser Strategie suchst du zuerst, welche Keywords für deine Branche relevant sind, was Kunden bringen könnte. Und dann schreibst du los, optimierst die einzelnen Beiträge und wartest fein ab, was passiert. 

Das kann wunderbar funktionieren, hat aber einen Haken: die Unmenge an Content, der pro Tag, Stunde und Jahr fürs Netz produziert wird. Für Google ist dein Beitrag über Hundebetten nur wieder ein weiterer unter vielen. Mit etwas Glück ist er hochwertiger als andere, dann wird er besser gelistet. Als Experte für Tierbedarf wirst du von Google deshalb aber noch nicht angesehen. Da hilft auch keine Seitenoptimierung auf „Experte für Tierbedarf“. 

Was wäre nun aber, wenn Google anhand deiner Beiträge sehen würde, das du genau das bist? 

Das schaffst du am einfachsten mit Pillar Content beziehungsweise Themenclustern. Ok. Das klingt jetzt hochkompliziert und technisch, ist es aber eigentlich gar nicht. 

Pillar Content ist eine Seite oder ein Beitrag, der wie eine Säule die Basis für dein Expertenthema bildet. Von dieser Pillar Page leiten sich dann viele weitere Beiträge ab, die aber alle rund um dieses Thema kreisen. Alles zusammen bildet einen Themencluster, also eine Thementraube, wenn man das irgendwie übersetzen kann. 

In die Hundebetten-Praxis übersetzt bedeutet das: du erstellst einen Übersichtsartikel zum Thema Hundezubehör. In diesem Artikel listest du alles, was unseren haarigen Begleitern das Leben schöner macht. Du gibst also Überblick, was es so gibt, erklärst noch ein zwei Fakten dazu und ordnest das vielleicht noch mit einem schönen klickbaren Inhaltsverzeichnis oben. 

Und jetzt geht es weiter: die nächsten Artikel, die du schreibst, gehen nicht über Katzenzubehör, sondern du bleibst genau in diesem Themencluster. Du schreibst also einen Artikel, wie wichtig ein Hundebett ist, der nächste beschreibt, was ein gutes Hundebett ausmacht, ob lieber Korb oder Kissen. Dann kommt das Thema welche Fellpflegebürste für welche Rasse geeignet ist. Und so weiter und so fort. Jedes dieser Themen ist auf der Pillar Page schon angesprochen worden, die konkrete Beantwortung – der deep dive into the topic – erfolgt in den weiteren Blogbeiträgen. 

Und dann kommt die Mitdenk- und Fleißarbeit: die Beiträge werden untereinander verlinkt. Vom Hauptartikel (Hundezubehör) geht ein Link zum Unterartikel (wie wichtig ist ein Hundebett) und genau so wieder zurück vom Hundebett zum Zubehör. 

Was bringt das?

Was ist das Ergebnis davon? Warum machst du das?

Zuerst einmal machst du deinen Lesern eine Freude. 

Früher wurde nach einzelnen Keywords gesucht. In diesem Fall hätte Frau Lembke wohl nur „Hundebett“ eingegeben und dann geschaut, was da so kommt. Heute wäre sie hoffnungslos erschlagen. 

Da Google immer cleverer wird und auch Voice Search, also Suchanfragen per Sprache, immer häufiger werden, ändert sich die Suche. Es werden viel eher richtige Fragen gestellt. Es kann also gut sein, dass „wie wichtig ist ein Hundebett“ genauso in die Maske eingegeben wird. Und was meinst du, wie Frau Lembke sich freut, wenn dann als Ergebnis eine Seite kommt, die genau diese Frage nicht nur beantwortet, sondern auch noch als Titel hat. Denn dein erster Hundebetten-Beitrag ist ja genau auf dieses Longtail-Keyword optimiert. 

Und wenn Frau Lembke nur „Hundebett“ eingibt, ist die Chance trotzdem hoch, dass sie sehr schnell zu ihrer eigentlichen Frage kommt. Denn in deinem Pillar-Beitrag geht es zwar um Hundebetten allgemein, aber er ist eben schön übersichtlich und sie sieht dank des Inhaltsverzeichnisses, wie sie schnell zu ihrer ganz konkreten Fragestellung kommt. 

Ganz nebenbei registriert sie beim Überfliegen, dass du dich auch sonst gut mit Wuffels Bedürfnissen auszukennen scheinst. Also Bingo – Expertenstatus gefestigt.

Und Google sieht das ähnlich. Durch die Verlinkungen erkennt Google dein Themencluster. Google sieht auch, dass du rund um dieses Thema viel Content anbietest. Von der Übersicht bis in die tieferen Bereiche. Also – musst du wohl ein Experte auf deinem Gebiet sein. Ergebnis: die Chance auf höhere Rankings mit deiner Seite. 

Wie erstellst du Pillar Content?

Ok, das war jetzt ein Stapel Input. Aber wie genau erstellst du nun Pillar Content? Und warum ist das auch super, um zu vermeiden, dass dir die Ideen für deinen Blog ausgehen?

Schritt 1: Dein Haupt-Thema

Wenn dein Blog bisher ein wilder Haufen verschiedenster Themen ist, wird es allerhöchste Zeit, zu sortieren. Wenn du erst anfängst, ist es einfacher. Schau, was ein Haupt-Thema sein könnte. Für welchen Begriff oder welches Feld möchtest du gefunden werden? 

Gut dafür ist auch immer eine Keyword-Recherche mit dem Keyword-Planer von Google. Das setzt allerdings ein Werbekonto bei Google voraus. Alternativ kannst du auch das kostenlose Tool Ubersuggest nutzen. 

Im Hundebedarfsfall schaue ich also nach, wie oft Begriffe rund um das Thema gesucht werden. Hundeausstattung ist mit 480 Suchanfragen jetzt nicht so der Hit. Besser sieht es bei Hundebedarf aus 3.600 Suchanfragen. Beim Hundezubehör bin ich am Ziel: 9.900 Anfragen. Na da geht doch was. Also ist das mein Keyword für die Pillar Page.

Schritt 2: Unterthemen finden

Jetzt kommt der spannende Teil. Begib dich auf die Suche zu Unterthemen. Was genau gehört alles in deinen Themencluster? Welche Bereiche könnten für deine Leser oder Kunden interessant sein? 

Auch hier kannst du dir Hilfe holen. Bei answerthepublic.com findest du Suchanfragen rund um deinen Begriff. Das sind also Fragen, die schon einmal gestellt wurden. Nix wie ran da! 

Der eigene gesunde Menschenverstand hilft aber auch. Du kannst die klassischen „W“-Fragen abarbeiten, meistens ergeben sich die Unterthemen aber von ganz allein. In unserem Fall wäre das dann „Bürsten und Kämme“, „Hundebetten“, „Leinen und Halsbänder“. Und so weiter und so fort. 

Versuche eine grobe Ordnung reinzubekommen, welche Themen am interessantesten für deine Leser sein könnten und strukturiere danach den Text. Wenn du mit der Keywordanalyse vertraut bist, setze sie ein, um zu erfahren, welche Begriffe eher gesucht werden. Wie das geht habe ich oben grob schon umrissen. Aber keine Angst. Solltest du ein Keyword erwischen, dass eher selten gesucht wird, ist zumindest die Konkurrenz meist niedriger 😉

Schritt 3: Schreibe deinen Pillar Beitrag

Jetzt geht es ans Schreiben. Erstelle einen Blogbeitrag oder eine Seite, die einen richtig guten Überblick über dein Thema gibt. Strukturiere mit Abschnitten, Zwischenüberschriften. 

Erstelle ein klickbares Inhaltsverzeichnis gleich am Anfang, das dem Leser erlaubt, schnell zu den für ihn interessanten Part zu kommen. 

Schritt 4 – 25 (?): Schreibe Unterbeiträge

Nun kommen die Unterbeiträge. Die schreibst du nach und nach, auch keywordoptimiert und sauber. Also mit Struktur, sinnvollem Inhalt. Allem, was ein guter Blogbeitrag so braucht. Zum Schluss schaust du, dass du von diesem Beitrag auf den Pillar-Beitrag zurück verlinkst und im Pillar-Beitrag an der entsprechenden Stelle den Link zu deinem Unterbeitrag erstellst.

Pillar Content zur Themenfindung

Wie du dir vielleicht schon denken kannst, ist so ein Pillar-Beitrag eine Fundgrube für weitere Beitragsthemen. Wenn du also angefangen hast, wirst du wohl so schnell kein Problem haben, worüber du beim nächsten Mal schreibst. 

Aber auch, wenn alle Bereiche abgedeckt sind, kann es immer wieder passieren, dass dir etwas Neues einfällt. Wer weiß? Vielleicht kommt irgendwann mal das Hundehalsband mit integriertem Leckerli-Spender. In dem Fall schreibst du einfach darüber und erweiterst deinen Pillar Beitrag. Schwupps, Content aktualisiert und Google freut sich auch gleich.

Wo wir noch bei einem grundsätzlichen Thema wären: 

Halte deinen Content aktuell

Wenn du mit Pillar Content arbeitest, solltest du nicht unbedingt ein Thema wählen, dass sich ständig ändert. Evergreen Content ist hier deutlich besser. In jedem Fall solltest du dir aber regelmäßig Termine setzen, um deine Beiträge auf Aktualität zu prüfen. Das muss nicht einmal im Monat sein, aber mindestens einmal im Jahr. Es gibt immer irgend etwas, was du anpassen kannst. 

Fazit

Das klassische Content Marketing setzt vor allem darauf, möglichst viele, breit gefächerte Keywords in deinen Beiträgen zu pushen. Pillar Content geht einen anderen Weg. Hier geht es darum, möglichst viele gleich gelagerte Keywords zu verarbeiten, um so deinen Expertenstatus für dieses Thema zu belegen.

Dafür brauchst du einen Hauptbeitrag zum Hauptkeyword. Von diesem Beitrag leiten sich dann viele weitere Beiträge ab, die zu den Unterthemen in die Tiefe gehen.

Voraussetzung ist natürlich immer, dass du auch relevante Inhalte für alle bieten kannst. Aber dann ist Pillar Content eine super Strategie für mehr Sichtbarkeit und regelmäßiges Bloggen.

Erzähl mal – ist das eine Idee für dich?

2 Meinungen zu “Pillar Content für deinen Blog

  1. Alle deine wertvollen Podcasts habe ich bereits gehört, heute lese ich erstmals auch einen deiner Beiträge als Blog. Wenn du diese Inhalte als Buch (gedruckt) herausbringst (oder schon hast?), gib mir bitte Bescheid, ich würde es sofort kaufen.
    Schreibtechnich bin ich als Kinderbuchautorin unterwegs und will mein Wirken ausweiten auf Lernthemen. Eine neue Internetseite ist in Planung und ein Blog ist da für mich eine sehr interessante Möglichkeit, Content zu verbreiten.
    Danke für deine guten Tipps!
    LG Vera

    1. Vielen Dank liebe Vera für deine Worte! Ein Buch ist tatsächlich in Planung 🙂

      Die Idee, Lernthemen zu vermitteln, finde ich sehr gut und da hast du als Kinderbuchautorin ja auch die besten Grundlagen. Hier im Blog kommen bestimmt noch einige Themen, die dir bei der Vermarktung helfen können. LG Ina

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