smart speaker sind erst der Anfang

Sprachsuche – Warum Du Deine Website jetzt fit machen solltest

Wenn Du denkst, Sprachassistenten wie Siri oder Alexa sind eine reine Modeerscheinung, die im Laufe der Zeit wieder verschwinden werden, irrst Du Dich gewaltig. Sprachsuche, auch als Voice Search bezeichnet, wird unsere Art der Internetnutzung über kurz oder lang verändern. Der Grund dafür ist ganz simpel:

 Der Mensch kommuniziert zuerst über gesprochene Sprache. 

Das ist der erste und einfachste Weg. Schreiben lernen Kinder erst viel später, manche gar nicht. Kommunikation mittels gesprochener Sprache ist für uns viel natürlicher, als das Tippen am Rechner. Und so wird, trotz Datenschutzbedenken und aktueller Kinderkrankheiten der Systeme, die Sprachsuche, auch als Voice Search bezeichnet, immer normaler und wichtiger werden. 

Warum Verkaufszahlen von Smart Speakern wenig über den Erfolg von Voice Search aussagen

Jetzt wird es etwas technisch:  

NLP – natural language processing – also die maschinelle Verarbeitung der natürlichen Sprache durch Computer und Rechensysteme – entwickelt sich rasant. Programme zur Umwandlung von gesprochener Sprache in Text sind mittlerweile so weit entwickelt, dass sie von Autoren und Journalisten gerne genutzt werden.  

Zusätzlich sind Google (und andere) auf dem Weg zur Entwicklung einer künstlichen Intelligenz schon weit fortgeschritten. Das zeigt sich allein daran, dass die Google-Suche nicht mehr rein über Keywords funktioniert. Suchmaschinen können mittlerweile semantische Beziehungen erkennen. Das bedeutet, sie gleichen nicht nur gesuchte Keywords mit den Inhalten ab, sondern versuchen, die Begriffe der Suchanfrage in einen sinnvollen Zusammenhang zu bringen und dadurch die Suche exakter auszurichten.  

Diese Entwicklungen werden weiter gehen und damit die Voraussetzungen für die Sprachsteuerung in vielen Bereichen unseres Lebens schaffen. 

Spätestens, wenn Alexa nicht aus Versehen Party in der leeren Wohnung macht, werden sich diese Systeme durchsetzen, Datenschutz hin oder her.

Was bedeutet der Sprachsuche-Trend für Dich und Deine Website?

Ganz einfach – er ist da, er wird größer und vor allem: er bleibt. In meinem Beitrag zu mehr Sichtbarkeit bin ich schon kurz auf das Thema eingegangen.

Noch steckt der Google-Algorithmus für die Sprachsuche in den Kinderschuhen. Trotzdem ist es sinnvoll, jetzt schon Deine Seite für voice search zu optimieren. 

Alleine die Tatsache, dass meistens nur ein Suchergebnis angezeigt wird, macht die Sprachsuche auch jetzt schon interessant. 

Wie funktioniert die Optimierung auf Sprachsuche?

Du hast verschiedene Bereiche, die Du optimieren kannst. 

1. Passe Deine Seite auf mobile first an

Kurz zusammengefasst: 

  • Die Seite braucht ein responsive design, also ein Layout, dass sich je nach anzeigendem Bildschirm in Größe und Aufbau anpasst. 
  •  Die Ladezeit der Seite sollte maximal 3 Sekunden betragen. Testen kannst du über Pagespeed Insights von Google. 
  • Das Handling ist auf dem Handy anders, als am Laptop. Hier navigiert man per Touchscreen mit den Fingern. Nichts ist schlimmer, als Minibuttons oder eine Navigation, die man erst ewig großziehen muss, um etwas zu erkennen.  
  •  Der Bereich „above the fold“ (Also alles, was auf dem Bildschirm ohne scrollen zu sehen ist) muss auch auf dem Handy ansprechend gestaltet sein. 

Was auf welchem Gerät angezeigt wird, kannst Du zum Beispiel hier kostenlos testen. 

2. Nutze Local SEO

Optimiere Deine Seite für die ortsbezogene Suche. Insbesondere, wenn Du ein Unternehmen hast, wo Deine Kunden direkt hinkommen können: eine Bäckerei, eine Werkstatt, ein Hotel zum Beispiel. 

Mindestens ein Drittel der Sprachsuchen haben einen lokalen Bezug. Und möchtest Du nicht, dass auf die Frage: „Siri – wo ist das nächste Restaurant?“ Deine Pizzeria gezeigt wird?

Der erste Schritt dazu ist ein Google-my-business-Eintrag. Die Daten, die Du dort eingibst, sollten sich mit den Ortsangaben auf Deiner Seite decken. 

Achte darauf, immer die gleiche Schreibweise für den Namen, den Ort und die Telefonnummer zu nutzen. Selbst kleine Abweichungen machen es für Google schwieriger, gleiche Ergebnisse zu verknüpfen. 

Screenshot von Suchergebnis lokale Anzeige
Mit Google my Business auf Seite 1

3. Passe Deine Inhalte an

Seit Jahren predige ich (und das nicht alleine), dass SEO bei Inhalten nicht eine möglichst häufige Wiederholung der Keywords ist. 

Webtexte sollten einen Mehrwert für den Leser bieten, angenehm zu lesen sein, die Zielgruppe ansprechen und fesseln. Dann bleibt der Suchende länger und das gibt positive Signale an Google zurück. 

Für die Sprachsuche ist es ähnlich. Hier ist aber die Art und Weise der Kommunikation etwas anders. 

Gibt der Nutzer bei Google vielleicht noch „Rezept Eierkuchen“ in die Suche ein, wird die Anfrage bei Alexa eher lauten: „Wie mache ich Eierkuchen?“ 

Siehst Du den Unterschied? 

Im ersten Fall würde man die Seite auf die Keywords „Rezept“ und „Eierkuchen“ optimieren. Für die Sprachsuche bietet es sich an, auf sogenannte long tail keywords, also ganze Wortgruppen, zu optimieren. 

Um herauszufinden, was Kunden in Verbindung mit Deinen Keywords suchen, empfehlen sich Seiten wie answerthepublic

Deine Texte sollten der gesprochenen Sprache entsprechen. So ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass bei der Sprachsuche Deine Seite als Ergebnis angezeigt wird. 

4. Nutze strukturierte Daten

Da Google für die Sprachsuche oft Ergebnisse aus der Knowledge Box oder den Featured Snippets wiedergibt, sollte Deine Seite dafür angepasst sein. 

Mithilfe von strukturierten Daten erleichterst Du es Google, die Inhalte Deiner Seite einzuordnen und zu kategorisieren. Unter Schema.org findest Du das entsprechende Vokabular, dass dafür mittels HTML-Code auf Deiner Seite hinterlegt wird.

 Die Chance, in der Knowledgebox oder als Featured Snippet angezeigt zu werden, steigt durch diese strukturierten Daten. 

Eine weitere Möglichkeit, in den Featured Snippets, und damit noch über den beworbenen Suchergebnissen zu landen, ist die Formulierung von Antworten auf typische Nutzerfragen. 

Die folgenden zwei Bilder zeigen Dir Beispiele, wie so ein Suchergebnis bei Google ausgespielt wird. 

rich snippet Beispiel
Google – das ist ein Rich Snippet
featured snippet
auch Featured Snippets gibt die Sprachsuche aus

Fazit:

Die Nutzung der Sprachsuche wird weiter voranschreiten. 

Es ist sinnvoll, auch jetzt schon seine Seite für Voice Search anzupassen. 

Hierfür sollte Deine Seite den Richtlinien von mobile first entsprechen. Nutze Lokal SEO und gestalte Deine Inhalte so, dass sie leicht verständlich, in Form von Antworten, typische Suchanfragen beantworten. 

Arbeite mit strukturierten Daten, um es Google zu erleichtern, Deine Inhalte einzuordnen und im Idealfall über die Knowledge-Box oder Featured Snippets auszuspielen. 

Noch steckt die Sprachsuche in den Kinderschuhen, der Trend wird sich aber fortsetzen und in naher Zukunft immer wichtiger werden. 

Es lohnt sich, von Anfang an dabei zu sein!

Hast Du Dich schon mit Voice Search beschäftigt, vielleicht sogar Deine Seite schon optimiert? Wie sind Deine Erfahrungen?

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