Wording als Solo

Wording als Soloselbständiger

Ein immer wieder spannendes Thema: wie schreibst du, wenn du die “One Man”- oder “Woman Show” bist?

Vertrauen dir andere, wenn sie sehen, dass da nur eine Person dahinter steht? 

Nehmen sie dich dann auch wirklich ernst? 

Wie stellst du dich dar? 

Wie zeigst du dich so, dass andere dich ernst nehmen, ohne dabei Potemkinsche Dörfer zu bauen?

Ich erlebe es selbst bei meinen Kunden immer wieder. Da wird auf der Website davon geschrieben, wie “unser Team” sie unterstützt, wie “wir für sie da sind”. Ist ja alles ganz nett und schön. 

Aber bringt das tatsächlich Pluspunkte? 

Genau darum geht es in dieser Folge.

Warum ist das Verlangen als Solo-Selbstständiger da, sich größer darzustellen?

So richtig verstanden habe ich dieses Bedürfnis nie so ganz. 

Ein guter Freund, seines Zeichens Künstlervermittler, hat es mir aber irgendwann mal halbwegs erklärt:

 “Wenn es auf meiner Website so aussieht, als würde ich den Laden alleine schmeißen, nehmen mich die Leute nicht ernst. Vor allem Künstler, die auf meine Seite kommen und überlegen, sich von mir vermitteln zu lassen, haben Angst, dass nix bei rumkommt, weil ich noch zu klein bin.” 

Ok, das ist mal ne Aussage, die ich sogar ein Stück weit nachvollziehen kann.

Gegenfrage von mir: 

Was denken denn die Künstler, wenn sie den Vertrag bei dir unterschreiben und dann im Nachgang mitbekommen, dass da irgendwie immer die gleiche Person am Telefon ist? 

Fühlen die sich nicht verarscht und springen dann bei der ersten Gelegenheit wieder ab?

Das Problem, wenn du dich “größer” schreibst

Die Versuchung mag da sein, du wirst aber diese Illusion von dir und einem Team, einer Big Company nicht dauerhaft aufrechterhalten können. Das Ergebnis ist, dass das Vertrauen stante pede komplett ruiniert ist. Da ist es völlig egal, ob du super Ergebnisse ablieferst. 

Was hängen bleibt ist “mehr Schein als sein”, du kommst als Hochstapler rüber und hey, das ist nicht der Stempel, den du haben willst, oder?

Du bist Einzelkämpfer – und das ist was Gutes

Denn damit zeigst du ja auch, dass du mit Herzblut dabei bist. Meinem Freund habe ich klar machen können, dass die Künstler, die ihn ansprechen, ja nicht kommen, weil ein Marketing-Team sie akquiriert hat. 

Sie haben gesehen, wie sehr er sich für seine Leute ins Zeug legt, und das hat sie überzeugt.

Aber lass uns mal dahin zurückkommen, wo wir uns bewegen. Das Online-Business. 

Ja, es gibt die "fake it till you make it"-Fraktion

Die landet auch regelmäßig bei mir auf Social Media im Feed. 

Nehme ich die ernst? Nein. Und du wahrscheinlich auch nicht. 

Keine Ahnung, warum manche von uns (und leider insbesondere Marketing-Menschen) den Rest der Welt für blöd halten. Die meisten von uns haben sehr sehr feine Antennen dafür, ob du gerade authentisch rüberkommst, oder nur so tust als ob.

Womit wir bei dem Stichwort sind, das ich hier gern in den Mittelpunkt stellen möchte. Authentizität. 

So, wir gehen alle mal kurz brechen, weil dieser Begriff sowas von überstrapaziert ist. Aber leider gibt es noch keine Alternative.

Fake it till you make it

Es geht immer um Beziehungen

Wenn du verkaufst, geht das nicht an irgendwelche anonymen Dinger raus. 

Du bist ein Mensch, deine Kunden sind Menschen. 

Sobald wir irgendwie in Interaktion gehen, bauen wir eine Beziehung auf. Im Business-Bereich ist das die Kundenbeziehung. Die sich aber gar nicht so sehr von anderen unterscheidet. Man lernt sich kennen, wägt ab, ob das Gegenüber interessant ist, irgendwie passen könnte. 

Im privaten Bereich – was zieht dich an, wo bist du neugierig? Bei Hochglanz-Insta-Pics mit einer lupenreinen Biografie, mit X Filtern bearbeitet? Wohl eher nicht. Genauso geht es deinen potenziellen Kunden. Die suchen nicht nach dem Guru, der unantastbaren Ikone. Da trauen wir uns ja gar nicht ran. Abgesehen davon ist den meisten von uns klar – das ist nicht echt, da steckt ganz viel Fake dahinter. 

Diese Kundenbeziehung wird aber auch enorm erschüttert, wenn sie dann, wenn sie mit dir arbeiten, feststellen, dass du nur auf dicke Hose gemacht hast. Denn hey, wo ist der 24/7 Support? Warum antwortest du nicht, wenn dein Kind im Krankenhaus ist, du hast doch ein Team?

Es spricht so gar nichts dagegen, offen zu kommunizieren. Das bedeutet ja nicht automatisch, dass du jede blöde Steuernachzahlung oder nicht produktiven Phasen teilen musst. 

Aber hey, dass du das gerade (noch) alleine rockst, ist doch etwas, das du nicht verstecken musst.

Wenn du offen kommunizierst, hat das Vorteile

Mach dir bewusst, dass in diesem “Einzelkämpfer”-Dasein mehr steckt, als dein Impostermännchen dir ständig einimpft. Du kannst damit zeigen, wie sehr du für deine Sache brennst, dass du durchziehst, volle Leistung ablieferst, auch ohne Team. 

Oder du kannst eine Vorbildfunktion einnehmen. Denn fast alle fangen bei Null an. Du bist den Schritt weiter. Kundinnen kommen zu dir, weil sie lernen wollen. Was ist falsch daran zu zeigen, was alles machbar ist?

Ehrlichkeit bringt einen weiteren Vorteil, nämlich, dass du dir ordentlich Druck rausnimmst. Denn du musst dich nicht ständig verstellen und kannst eben auch klar kommunizieren, wenn es dem Kind nicht gut geht und irgendetwas länger dauert. 

Das sichert nicht jede Zusammenarbeit, schafft aber Verständnis und Vertrauen. 

Und das ist die Basis von allem.

Vertrauen ist alles in der Kundenbeziehung

Fazit

Tu nicht so, als ob du ein Team hast. 

Bist du Einzelkämpfer oder -kämpferin, schreib auf deiner Seite oder in deinen Beträgen nicht in der “Wir”-Form, das wirkt seltsam. 

Authentizität ist alles. 

Das gilt übrigens auch andersrum. Wenn du den Schritt gewagt hast, schon größer bist und ein Team hast, darfst du das gern kommunizieren. Denn auch wenn die Leute dich als Personenmarke wahrnehmen sollen, scheitert das ja nicht daran, dass du deutlich machst, dass du Unterstützung hast. Das ist wertschätzend gegenüber deinen Team-Mitgliedern und eben auch ehrlich gegenüber deinen Kunden.

Punkt drei: Wer von dir überzeugt ist, braucht keinen “Stab” dahinter. Entscheidend ist die Qualität deiner Arbeit, was du ablieferst, wie du deine Kunden unterstützt. 

Dafür musst du nicht der Big Player sein, sondern mit dem Herzen dabei.

Wie siehst du das? Lieber offen die “ich”-Form wählen oder doch lieber “wir”, obwohl du allein arbeitest?

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