einen Blog starten kann frustrieren

Ok, ich predige ja immer wieder, dass ein Blog die ideale Variante ist, um dich als Expertin zu positionieren, Seitenbesucher zu generieren und dich unabhängig von Social Media in Hinsicht auf deine Sichtbarkeit zu machen. Ja, du solltest einen Blog starten, aber wie?

Vielleicht denkst du auch: Blah, blah, blah. Dafür hab ich keine Zeit und schon gar nicht genug Geduld. Und schreiben kann ich auch nicht wirklich. Also warum sollte ich darauf setzen?

Du hörst lieber zu, statt zu lesen? Hier ist die aktuelle Folge von Besser schreiben.

Ok, warum solltest du einen Blog starten?

Nun, ganz einfach. Ich geb dir mal ein Beispiel, das ich gerade genauso erlebt hab.

In meiner Timeline bei Facebook taucht immer mal wieder der Begriff „Human design“ auf. Klingt irgendwie nach Horoskop 2.0. Nicht mein Ding. Heute wieder so ein Beitrag. Durch die ständige Wiederholung werde ich doch neugierig und möchte mehr wissen.

Was mach ich? Durchsuche ich Facebook nach Informationen? Natürlich nicht. Ich google. Und werde schnell fündig. In den Top-Suchergebnissen ist ein Beitrag mit einführenden Infos. Umfangreich, so geschrieben, dass selbst ich als absoluter Newbie halbwegs verstehe, worum es geht. Der Beitrag verweist auf weitere Beiträge, die jeweils tiefer in die Materie gehen. Und so les ich und klick ich und les ich und klick. Ich verbringe eine gute Stunde auf dieser Seite und stoppe erst, als ich ganz kurz davor bin, mich auf die Warteliste für einen Einführungs-Kurs einzutragen.

Stopp. Was passiert hier gerade? Wollte ich das, als ich Facebook aufgemacht hab? Nein, ich wollte nur sehen, wie mein eigener Post läuft. 

Genau so funktioniert das mit dem Bloggen

Hier zeigt sich, wie wunderbar ein Blog funktioniert, um neue Interessenten zu finden. Habe ich auf den Beitrag der Dame auf Facebook reagiert und ihr Angebot in Betracht gezogen? Nein! Kenne ich die andere Dame, auf deren Blog ich gerade eine ganze Stunde verbracht habe? Ebenfalls nein. Und doch war ich ganz kurz davor, etwas zu nutzen, von dem ich heute Morgen noch nicht einmal wusste, dass es exisitiert. Und hey, ich hab auch schon oft genug tatsächlich etwas gekauft oder gebucht, nachdem ich auf einer Seite “hängengeblieben” bin. Egal wie, sollte ich wirklich ins Thema einsteigen wollen, werde ich wohl wieder bei ihr landen. Denn sie hat ihre Kompetenz absolut glaubwürdig präsentiert.

Genau deshalb empfehle ich dir, mit einem Blog zu starten. Ja, wir surfen ständig im Netz rum und verbringen wahnsinnig viel Zeit auf Social Media. Aber wo holen wir uns Infos, wenn wir wirklich etwas wissen wollen?

Bei Google und Co. Und kommen so zu Seiten, die genau diese Infos geben. In den meisten Fällen in Form eines Blogbeitrages.

So, und nun du.

Was brauchst du, um deinen Blog zu starten?

Eine Website

Eigentlich nicht viel. Klar, eine Website. Die sollte schon da sein. Oder du nimmst deinen Blog als Anlass, endlich mal damit zu starten. Die Website ist dein zu Hause im Netz. Dein Heimathafen, den dir so schnell niemand wegnehmen kann. Und genau hier gehören natürlich auch deine Inhalte hin. 

Das hat zwei Vorteile: wer zufällig oder aufgrund eines Tipps auf deiner Seite landet, schaut wahrscheinlich aus reiner Neugier auch im Blog vorbei. Und bleibt so länger. Und schon geht Google davon aus, dass deine Seite relevanter ist. Denn wer bleibt schon, wenn es uninteressant ist?

Alternative zwei, Leute kommen über Google oder einen Link auf deinen Blogbeitrag. Lesen vielleicht ein paar mehr und sind dann neugierig, wer denn dahintersteckt und sehen dann auch dein Angebot. Oder du stellst es richtig clever an und bringst das sogar dezent in deinen Beiträgen unter.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Fakt ist, dass ein Blog deiner Seite beim Ranking hilft. Denn seien wir mal ehrlich: die meisten Seiten ohne Blog werden erstellt und danach nur noch minimal angefasst. Google registriert aber, was da so passiert. Google möchte, dass deine Seite immer schön aktuell ist. Durch regelmäßige Blogbeiträge gibt es automatisch frischen Content auf deiner Seite und so denkt Google: hey, da geht was. 

Also: du brauchst eine Seite und sie wird sehr von deinem Blog profitieren. 

Um einen Blog zu starten, brauchst du Themen

Ursprünglich sind Blogs als eine Art Tagebuch entstanden. Daher ja auch der Begriff. Es ist eine Abkürzung von Web-Log, also dem Internet-Tagebuch. Deine täglichen Gedanken und Herzschmerzanfälle bringen dir aber wenig für dein Business. Deshalb brauchst du Themen, die genau darauf einzahlen, dein Business.

Fang also nicht einfach an, wild draufloszuschreiben sondern mach dir vorher einen Plan. Überlege dir, wen du genau ansprechen willst. Wichtig ist auch: was genau willst du erreichen?

Wähle Themen, die für deine Leser interessant sein könnten. Schreib über Dinge, die so noch nicht betrachtet oder benannt wurden. Klar, eigentlich gibt es alles ja schon da draußen. Aber wenn du es schaffst, genau das zu vereinen, was deine Buyer Persona, dein Wunschkunde sucht, hast du ihn oder sie gebunden. Pass auf, dass du keinen Gemischtwarenladen anbietest. Deine Blogthemen sollten strategisch so geplant sein, dass sie ein Thema, dein Thema abbilden. Ein paar persönliche Beiträge dürfen natürlich mit rein.

Sei ehrlich. Du freust dich doch auch, wenn du eine Seite findest, auf der alles steht, was du suchst. Statt immer und immer wieder bei Google reinzuschauen, um weiterführende Infos zu bekommen alles an einem Platz. Heaven!

Du brauchst Wissen

Ok, ich geh mal davon aus, dass du das hast. Ich arbeite seit über zwei Jahren online mit verschiedensten Selbstständigen und was sie alle vereint ist eins: Sie wissen, wovon sie reden. Genau deshalb machen sie sich ja selbstständig. 

Wenn ich hier von Wissen rede, meine ich nicht, dass du alles draufhaben musst. Die Online-Welt funktioniert einen Ticken anders als das Offline-Geschäft. Und ja, es hängt auch einiges an technischem Knowhow dran. Aber das kann man lernen. Hier meine ich tatsächlich dein Wissen in deinen Bereich.

Und ich möchte dich ermuntern, dranzubleiben. Schau dich um, was es neues in deiner Branche gibt. Teil neue Trends und Erkenntnisse. Du vergibst dir nichts, wenn du auf andere Profis verweist. Ok, die direkte Konkurrenz sollte es vielleicht nicht grad sein. Aber keiner von uns ist allwissend und es wird von deinen Lesern sicher anerkannt, wenn sie das Gefühl haben: die will mir wirklich helfen und hat nicht in erster Linie das Verkaufen im Sinn.

Du solltest dir Zeit nehmen

Bloggen ist etwas, das Zeit braucht. Je länger du dabei bist, umso schneller werden dir die Beiträge von der Hand gehen. Für den Start empfehle ich dir aber, tatsächlich etwas mehr Zeit zu blocken.

Erstelle einen Themenplan. Beschäftige dich mit der Struktur deiner Seite, damit du verstehst, wie alles funktioniert. Nichts ist frustrierender, als wenn du loslegen willst und du an der Technik scheiterst. Recherchiere die ersten Themen vor. So kannst du dann direkt losschreiben und fängst nicht an, noch irgendwelche Links oder Infos zu suchen. Super zum Sammeln ist Google Drive. Dort kannst du alles in Ordnern sammeln und jederzeit darauf zugreifen

Was ich ganz oft erlebe: ich komme auf Seiten, wo ein Blog ist, der letzte Eintrag ist aber Monate her. Dumm gelaufen. Häufig erwarten die Leute, dass sie mit ihrem Blog starten und innerhalb von wenigen Wochen Ergebnisse sehen. Sorry, so läuft das nicht. Du musst Zeit investieren, um deinen Blog zu füttern und er braucht genauso Zeit, um sich bezahlt zu machen

Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Ideal sind mindestens 2 Beiträge pro Monat. Du schaffst mehr? Klasse. Weniger als ein Beitrag pro Monat ist aber eher ein netter Versuch als ein ernsthafter Ansatz.

Schau dir an, wie SEO funktioniert

In meiner Podcastfolge SEO-Texte selber schreiben, gebe ich dir schon eine Menge Tipps mit. Ganz kurz auf den Punkt gebracht: Suchmaschinenoptimierung ist mittlerweile vor allem: Leserfreundlichkeit. Du kannst einen Beitrag noch so doll optimieren. Wenn er keinen Mehrwert für deine Leser bietet, wird er nicht ranken. In erster Linie geht es also um den Inhalt. 

Hast du aber einen wirklich tollen Beitrag geschrieben, wäre es schade, wenn er nicht gefunden wird, weil du Kleinigkeiten vergessen hast. Dazu gehört, dass du dir überlegt, für welche Suchanfrage dein Beitrag gefunden werden soll. Das ist dann dein Keyword. Nicht irritieren lassen, das kann auch mehr als ein einzelnes Wort sein. Dieses Keyword gehört in die Hauptüberschrift, in einen Teil der Unterüberschriften und in den Text. Bitte nicht zu oft. Eher oben als unten. 

Ansonsten ist es SEO-technisch gut, wenn du deine Texte strukturierst. Arbeite mit Überschriften und formatiere sie auch richtig. Ich erlebe immer wieder, dass aus Versehen mehrere Überschriften als H1, als Hauptüberschrift, formatiert sind. Für dich oder deine Leser ist das vielleicht nicht so problematisch. Google kommt damit aber gar nicht klar. Ok, ich schweife aus.

Also, wenn du startest, beschäftige dich ein wenig mit den SEO-Grundlagen. Mein Beitrag dürfte schon einen guten ersten Einstieg geben. 

Schaffe dir Routinen

Ich hab es ja schon erwähnt. Einen Blog zu pflegen braucht Zeit. Die am Ende aber gut investiert ist. Um wirklich dranzubleiben solltest du dir Routinen schaffen. 

Routine-Tipp 1: Ein Content-Plan

Was mir enorm hilft: ich hab meinen Themenplan. Der ist jetzt nicht in Stein gemeißelt und wenn mir etwas so richtig auf der Seele brennt, schieb ich es auch einfach dazwischen. Aber grundsätzlich weiß ich für viele Monate im Voraus, worüber ich in Zukunft schreiben werde. Die Themen stehen bei mir im Kalender in der Wochenübersicht und so weiß ich immer, was ansteht.

Routine-Tipp 2: Fixe Zeiten

Finde heraus, wann für dich die optimalen Schreibzeiten sind. Jeder Alltag sieht anders aus. Meine Arbeitswoche unterscheidet sich sicher enorm von deiner. Ich habe für mich festgestellt, dass der Dienstagabend perfekt ist, um die Folgen für meinen Podcast vorzubereiten. Probier ruhig ein wenig rum, was dir am ehesten liegt und dann schaff dir zu den Zeiten Freiraum in deiner Planung. 

Routine-Tipp 3: Accountability

Ideal ist es, wenn du Verbindlichkeit reinbringst. Ich wette, ich bin nicht die Einzige, die gerade kurz vor der Deadline so richtig Performance hinlegt. Kündige deinen Beitrag an, verabrede dich mit anderen, die auch bloggen und macht Termine aus, an denen ihr eure Ergebnisse teilt. 

Jeder kann schreiben lernen

Und was ist jetzt mit „ich kann gar nicht schreiben“?

Sorry, da bist du bei mir an der falschen Adresse. Schreiben kann jeder, ok, mal abgesehen von Analphabeten. Aber für den Rest ist das keine Ausrede. Gut schreiben, so dass Leser deine Texte gerne lesen, kannst du lernen. Wahrscheinlich unterschätzt du deine Fähigkeiten sogar komplett. 

Ich arbeite regelmäßig mit Kundinnen, die mich buchen, um ihre Texte zu überarbeiten. Oft sind sie überrascht, weil ich gar nicht so viel zu ändern haben. Warum? Weil ihre Vorlagen schon richtig gut sind. Sie sehen es nur nicht.

Gerade in einem Blog kannst du schreiben, wie dir der Schnabel gewachsen ist. Du kannst dich ausprobieren. Hier erwartet niemand hochgestochene Wissenschaftsbeiträge oder Beiträge mit Pulitzer-Preis-Niveau. Schau doch einfach mal, was du so liest, wenn du im Netz unterwegs bist.

Gutes Schreiben lernt man beim Machen, beim Schreiben. Klar kannst du dir da auch noch Hilfe holen. Aber fang bitte an. Nimm deine Unsicherheit nicht als Ausrede. Du solltest jetzt mit deinem Blog starten. Wann, wenn nicht jetzt?

Wenn du unsicher bist, lass Freunde drüberlesen, bevor du auf „Veröffentlichen“ drückst. Verstehen sie, was du sagen willst? Kommt rüber, was dein Anliegen ist? Ja? Hey, dann hast du alles richtig gemacht.

Ok. Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Tipps mitgeben. Falls du jetzt Lust hast, doch mal zu starten, kann ich dir meinen Workshop jetzt im November ans Herz legen. Dort werden wir gemeinsam innerhalb von 3 Tagen deinen Themenplan für das kommende Jahr erstellen.

So weißt du, was du schreiben sollst und bekommst on top noch Tipps, wie du Social Media gleich mit bedienst. So, dass es Sinn für dein Business macht. Schluss mit „Tag der Jogginghose“. Das geht besser, oder? 😉

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