Was für ein Jahr … next please

So hätte auch schon der Jahresrückblick 2020 lauten können. 2021 hat aber noch einmal eine Schippe drauf gepackt.

Vor ziemlich genau einem Jahr saßen wir im scharfen Lockdown. Kaum Kontakte, keine Ahnung, wie sich alles entspannt aber doch verbunden mit Hoffnung, dass es bald besser wird. Mein Motto für 2021 war „Wachstum“. Ich wollte endlich das Gelernte noch effektiver umsetzen und nicht mehr nur rumwurschteln.

Zum Jahresbeginn hatte ich einen klaren Plan. Was ich erreichen wollte, wie ich das hinbekomme, was wann dran ist. Ich hatte mein „Grundeinkommen“ durch zwei regelmäßige Kunden im Texterbereich und damit die Freiheit, mich weiter online auszuprobieren. Mittlerweile wusste ich ja, wie es läuft. Jetzt wurde es Zeit, richtig durchzustarten.

Das Leben hatte andere Pläne. 

Am Anfang des Jahres schickte Kunde Nummer 1 auf einmal keine Aufträge mehr. Absatzschwierigkeiten aufgrund von Corona. Irgendwann war dann auch die Marketing-Abteilung dran bei den Einsparmaßnahmen. Kunde Nummer 2 brach zu ziemlich dem gleichen Zeitpunkt weg. Wow, damit hatte ich nicht gerechnet. Meine Branche schien mir bis dahin immer sicher. Gottseidank gibt es weitere Aufträge und treue Kunden und Kundinnen, mit denen ich über das Jahr arbeiten konnte. Also kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Es geht immer weiter.

Dann im März der nächste Hieb. Meine langjährige Beziehung ging in die Brüche. Normalerweise würde ich sowas im Blog nicht erwähnen, es hat das vergangene Jahr aber enorm für mich geprägt. Denn so stand für mich auf einmal alles in Frage. Mein Leben, die Vorstellung meiner Zukunft, alles war aufgebaut auf dem „wir“. Und das war auf einmal weg. 

Ich hatte immer eine klare Vision davon, wie ich leben möchte, mit wem und wie die Zukunft aussehen sollte. Von einem Tag auf den anderen hatte nichts davon mehr Bestand.

Ich bin in ein tiefes Loch gefallen, hab nur noch halbwegs funktioniert. Klare Gedanken, Kreativität für meine Arbeit – alles für mehrere Monate nicht wirklich vorhanden. 

Umso dankbarer bin ich meinen Kunden aus dieser Zeit, die Verständnis zeigten, wenn ich Aufträge abgab oder zeitlich nach hinten schob. 

Und dankbar bin ich für meine Freunde. Denn die haben mich aufgefangen, zugehört, durch dieses Tal begleitet und mir immer wieder deutlich gemacht, dass es auch wieder bessere Tage geben wird. Und ja, die gibt es.

Mittlerweile ist mein Himmel nicht mehr grau, sondern ich schau vorsichtig neugierig nach vorn, was das Leben wohl noch so mit mir vorhat.

Das Online-Business

Logischerweise hat auch dieser Bereich gelitten. Mein Launch im Frühjahr ging krachend in die Hose. Kein Wunder, wenn alle Energie mit einem Fingerschnips weg ist. Mir war klar, warum es nur zwei Buchungen für mein Programm gab und innerlich war ich sogar froh, als ich diese beiden Teilnehmer absagte. Denn so hatte ich nicht den Druck, „abliefern zu müssen“. 

Im Sommer nahm ich wieder am Kickstart meiner Mentorin Sigrun teil und entwickelte in diesem Zusammenhang ein neues Kursformat: „Muss das oder kann das weg“. Ein 4-Wochen-Programm in dem ich meinen Teilnehmenden zeigte, was genau für den Business-Start für sie wichtig ist. Anschließend entschieden sich mehrere Teilnehmerinnen, weiter 1 zu 1 mit mir zu arbeiten. Zum ersten Mal eine Launch-Quote von über 8%. (Zur Erklärung, normalerweise rechnet man mit 2 – 3 % Buchungen im Anschluss an ein kostenfreies Angebot. Irgendwas hatte ich dieses Mal also richtig gemacht :))

Im November gab es dann noch einen Workshop zum Thema Content-Planung, der auch sehr gut angenommen wurde und auch wieder mega viel Spaß gemacht hat. Und hey – ich hab dabei für mich entdeckt, dass das eigentlich die Art ist, in der ich arbeiten mag. Es ist ja gut und schön, Evergreen-Formate entwickeln zu wollen, die dann irgendwann von allein laufen. Ich liebe aber den Austausch und die Energie, wenn man gemeinsam Texte und Themen erarbeitet. 

Was ist sonst noch passiert?

Texterverband 

Im April wurde ich mit in den Vorstand des Texterverbandes berufen. Als Freiberufler wurschtelt ja irgendwie jeder für sich selbst. Genau deshalb finde ich die Verbandsarbeit auch so wichtig. Denn dort unterstützen sich Texter und Texterinnen gegenseitig und bringen Themen zu Gehör, die uns alle angehen. Vernünftige Preise zum Beispiel.

Die Arbeit macht Spaß, auch wenn ich es nicht immer schaffe, mich ganz so engagiert einzubringen, wie ich gern würde. Am Ende des Tages geht aber die eigene Arbeit vor. Wir alle sind ehrenamtlich unterwegs, insofern geht es wohl allen im Vorstand so. Aber wir haben trotzdem in den letzten Monaten einiges erreicht. 

Neue Kursplattform

Im November stieß ich auf die Empfehlung für eine neue Kursplattform. Da ich mit Elopage nicht mehr wirklich zufrieden war und die Kosten auch unverhältnismäßig hoch finde, entschied ich mich, dem neuen Tool eine Chance zu geben und ausführlich zu testen. 

Nun ist der Umzug so gut wie fertig und ich freu mich wie Bolle, dass meine Workshops für die kommenden 6 Monate stehen und bereit sind zum Buchen. Ein weiterer Vorteil: im neuen Programm, NewZenler heißt es, sind auch weitere Bereiche abgedeckt. So läuft auch mein E-Mail-Marketing darüber und die Landingpages für meine Angebote. 

Re-Branding

Am Anfang des Jahres hatte ich mich entschieden, meinen Außenauftritt in professionelle Hände zu geben. Lena Küssner von Going Neon hatte ich schon eine Weile im Auge. Ihre Arbeit hat mich schon lange überzeugt. Allerdings kostet so eine Überarbeitung schon ne Stange Geld. Im Januar hab ich den Schritt gewagt und sie gebucht. 

Lena hat mit mir gemeinsam noch einmal klar meine Marke rausgearbeitet, den Unterschied zu anderen Texterinnen und was mich so ausmacht. Und wie sich das auch nach außen zeigt.

Ich liebe mein Branding noch immer wie am ersten Tag und muss mir so auch nie den Kopf zerbrechen, wie ich denn nun meinen Instagram-Feed vernünftig aufbereite. Diese Investition war eine der besten Entscheidungen dieses Jahres. 

Mein Kind wird flügge

Im Juni war es endlich soweit. Meine Tochter zog in ihre erste eigene Wohnung. Was für viele Mütter erst einmal nach Verlustangst und Trauer klingt, war für mich ein Freudentag. Nicht, weil ich nun zu jeder Tages- und Nachtzeit meine Musik auf volle Lautstärke drehen kann 😉 Nein, ich freue mich über diesen wichtigen Schritt in die Selbstständigkeit. 

Und ich bin unheimlich stolz, denn sie macht das wunderbar. Wir hatten einige schwierige Jahre, es gab enorme Herausforderungen. Und alle hat sie Schritt für Schritt gemeistert. Der Weg ist noch nicht ganz geschafft, ich bin aber überzeugt, dass sie ihn packt und ihren Weg gehen wird. 

Erholung, Abschalten.

Ich gestehe, ich hab langsam von Corona die Nase voll. Und bin damit sicher nicht alleine. Auch in diesem Jahr mussten wir unsere lange geplante Reise nach Island absagen. Gebuchte Konzerte wurden erneut verschoben, teilweise auf 2023. Wenig Möglichkeiten für abschalten und Kopf-frei-kriegen.

Umso mehr habe ich das 3000-Grad-Festival im August genossen. Endlich mal wieder eine Nacht durchtanzen und mit lieben Menschen bis in die Morgenstunden quasseln. Ansonsten war das Jahr gefühlt von Durchtrommeln geprägt. Arbeit kann auch gut ablenken. Ich merke aber langsam, dass ich an meine Grenzen stoße und tatsächlich einen Gang runterschalten muss. Die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr tun mir deshalb gerade sehr sehr gut. 

Fazit eines Jahres

Mein Motto fürs Jahr war „Wachstum“. Gewachsen bin ich, allerdings anders als ich mir ursprünglich vorgestellt hab. Finanziell haben mich die letzten Monate arg gebeutelt. Dass es irgendwie doch funktioniert hat, lag unter anderem an meinem Online-Angebot. Für mich ein klares Zeichen, dass ich hier dranbleiben werde. 

Ich bin in vielerlei Hinsicht an meine Grenzen gestoßen. Durch die schwierige Phase habe ich aber auch gelernt, dass es immer weiter geht. Dass es ok ist, wenn man strauchelt, nicht so funktioniert, wie man sollte. Und ich habe gelernt, mehr darauf zu hören, was mein Bauch mir sagt, mir selbst wieder deutlich mehr zu vertrauen.

Das kommende Jahr wird vor allem eine Zeit, genau hinzuschauen, was mir gut tut und was nur Energie raubt, was sich lohnt und was vergebene Liebesmüh ist. Ich habe gelernt, dass ich auf mich aufpassen muss, dass „Augen zu und durch“ nicht immer eine Option ist. 

Ich muss nicht alles bedienen, nicht überall dabei sein. Fokus wird daher ein großes Thema. Sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren und da voll reinzugehen. Klingt grundsätzlich nach einer guten Idee, fällt mir aber oft schwer. Ich bin halt ein Squirrel, mit ständig neuen Ideen und einer enormen Begeisterungsfähigkeit. Da muss ich lernen, besser zu lenken.

Meine Message an dich

Dieser Rückblick ist kein Jubelpost, was ich alles erreicht und geschafft habe. Keine Umsatzrekorde, kein Business-Durchbruch. Trotzdem bin ich stolz auf mich. Dass ich die Monate überstanden habe, nicht aufgegeben hab, auch wenn ich mehrfach kurz davor stand. Es geht weiter. Immer. Egal, was du erlebst, was dich trifft und vielleicht in deinen Grundfesten erschüttert. 

Es ist ok, in solchen Phasen abzutauchen, zur Ruhe zu kommen und das Gefieder zu richten. Versuch nicht, allen gegenüber die Starke zu spielen. Wenn du ein Netzwerk hast, greif darauf zurück. Genau dafür ist es da. Falls du noch keins hast, bau es dir auf. Gerade auch Außenstehende können Kraft geben, wenn sie dir selbst gerade fehlt. Und manchmal staunt man, wer da auf einmal helfend zur Seite steht.

Ein paar Tage gönne ich mir jetzt noch Ruhe. Dann darf es wieder losgehen. Volle Kraft voraus. Damit der nächste Jahresrückblick deutlich positiver ausfällt. 

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