BERT kommt – was heißt das?

Google Bert Update

Wenn sich am Such-Algorithmus etwas ändert, ist es immer spannend, wo Deine Seite danach in den Google-Ergebnissen landet. Aktuell steht BERT in den Startlöchern und wird als das nächste große Ding gehandelt. Aber was genau macht BERT eigentlich so besonders und was bedeutet das für Dich und Deine Seitenoptimierung?

Was ist BERT?

BERT steht für „Bidirectional Encoder Representations from Transformers“.

Bitte was?

Ich spare Dir und mir jetzt mal die wissenschaftliche Definition dazu. Am besten erklärt sich die Funktionsweise an einem Beispiel:

Normalerweise „liest“ der Google-Algorithmus Nutzeranfragen Wort für Wort und versucht so zu verstehen, was der User tatsächlich sucht.

Wenn eingegeben wird: „Brasilien Reisender Visumpflicht nach USA“ schnappt sich Google aktuell die ersten Begriffe und stellt sie in einen Kontext. Das Ergebnis: es wird ausgegeben, ob ein nach Brasilien Reisender ein Visum braucht. Das war aber gar nicht die Frage. Das kleine Wörtchen „nach“, das erst zum Ende der Anfrage kommt, gibt dem ganzen Satz einen völlig anderen Sinn. Das erkennt Google aktuell aber nicht.

Hier soll BERT ran.

Mit dieser Änderung nimmt der Algorithmus alle Worte der Suchanfrage und stellt semantische Zusammenhänge zwischen den Begriffen her. Er „versteht“ deutlich besser, was der Suchende eigentlich meint. Klingt ein bisschen futuristisch?

Kein Wunder.

Der Algorithmus basiert mehr und mehr auf neuronalen Netzwerken, funktioniert also so, wie unser Gehirn. Die künstliche Intelligenz lässt grüßen.

Was bedeutet das konkret?

Grundlegende Änderungen am Google-Algorithmus gibt es immer wieder. Das Florida-Update 2003 machte Keyword-Spamming zum No-Go. Hummingbird 2013 ging das erste Mal in Richtung semantische Suche. Mobile first im August 2018 rückte die Mobil-Tauglichkeit in den Vordergrund.

Das jetzige Update stellt Inhalte und Mehrwert noch klarer in den Mittelpunkt. Suchanfragen werden immer häufiger in ganzen Sätzen eingegeben. Das bedeutet aber nicht, dass Du auf Deiner Seite genau diese long-tail-Keywords in allen Varianten durchspielen musst. Google versteht auch so, was dort steht.

Entscheidend ist also, dass Deine Inhalte für Deine Zielgruppe wirklich interessant und relevant sind.

Jetzt kannst Du anmerken, dass die immer bessere Suche ein Nachteil ist, da Deine Seite weniger Nutzern angezeigt wird.

Eigentlich ist aber das Gegenteil der Fall.

Ja, Deine Seite landet nicht bei jeder Anfrage auf Dein optimiertes Keyword ganz oben. Dafür aber bei den Anfragen, die wirklich auf Dich und Deine Inhalte passen. Und bei denen ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass der Nutzer auf die Seite geht und auch tatsächlich dort handelt, statt schnell wieder wegzuklicken, weil es doch nicht zu seiner Frage passt.

Es wird also immer wichtiger, dass Deine Seite ganz klar deutlich macht, was Du darstellst, anbietest und warum jemand bei Dir kaufen soll. Das funktioniert nur über wertvolle Inhalte.

So baust Du Vertrauen auf, die Leute bleiben länger auf Deiner Seite und kommen wieder.

Zack – positives Rankingsignal für Google geschaffen 🙂

Sprachsuche weiter Thema

Google hat veröffentlicht, dass gut 1/3 aller Suchanfragen vorher so noch nicht gestellt wurden. Je intelligenter der Algorithmus wird, umso natürlicher werden die Eingaben in der Suchmaske. Und damit auch immer länger.

Was vor allem aber in den Fokus rückt, ist das Thema Sprachsuche. Offizielle Prognosen gehen davon aus, dass bereits in zwei Jahren die Hälfte der Suchanfragen per Stimme erfolgt. Genau auf diese langen Anfragen stellt sich Google mit BERT jetzt ein.

Optimierst Du Deine Seite für die Sprachsuche, ist das sicher von Vorteil für Deine Sichtbarkeit, auch heute schon.

BERT ist vor allem deshalb so bahnbrechend, weil die Technik dahinter stark in Richtung einer tatsächlichen künstlichen Intelligenz geht.

Menschliche Sprache ist unheimlich komplex. Je besser Maschinen mittels NLP (Natural Language Processing) erkennen, was genau gemeint ist, umso dichter kommen sie auch in anderer Hinsicht an das menschliche Denken.

Wirklich vorbereiten kannst Du Dich nur über hochwertige Inhalte. Es geht nicht um mehr Links oder bessere Bildbezeichnungen.

Content zählt in Zukunft mehr denn je. Geschrieben für Menschen, nicht für einen Algorithmus.

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