Was willst du eigentlich? (Teil 1)

Michaela Schächner, eine der Frauen, die ich durch mein Mentoring-Programm kennen und lieben gelernt habe, hat letztens in ihrem Blog über Träume, Ziele und die sogenannte Bucket-List geschrieben. Und damit bei mir auch etwas angestoßen.

Das letzte Jahr hat viel mit uns allen gemacht. Seit einem Jahr ist es völlig wurscht, ob ich ne Million verdienen würde, Träume verwirklichen wäre trotzdem nicht drin.

Corona hat unser gesamtes Leben auf den Kopf gestellt. 

Wenn ich jetzt an die Momente denke, in denen ich wirklich, so wirklich glücklich war und mich frei gefühlt hab, sind die alle schon eine ganze Weile her.

Wahrscheinlich wird es mir aber auch nur deshalb so sehr bewusst, weil eben selbst die kleinen Glücks-Momente grad eher Mangelware sind.

So wie auf dem Titelbild. Da war ich mit meiner Mum unterwegs, wir haben Snapchat ausprobiert und uns vor Lachen nicht mehr eingekriegt.

In den letzten Monaten fällt mir das ganz unbeschwerte Lachen schwerer. Weil vieles schwerer geworden ist, ringsum dunkle Wolken bedrohlich am Horizont lauern. Und es immer schwerer fällt, den Kopf frei zu kriegen, weil man einfach mal ausbricht.

Also hab ich mich mal hingesetzt und überlegt, was waren denn so Momente, die hängen geblieben sind. Wo ich mich durch und durch glücklich gefühlt hab? Und was haben sie gemeinsam?

2012, Sächsische Schweiz. 

Das erste Mal Urlaub seit Monaten.

Das erste Mal seit vielen Jahren, dass ich mich traue, zwischendurch das Handy auszuschalten und nicht erreichbar zu sein.

Der Falkenstein, über 100 Meter hoch, die unterschiedlichsten Kletterherausforderungen. Und eine Seillänge ist meine. Ich steige vor. Mach mir vor Angst und Anspannung fast in die Hosen. Und dann dieser einzigartige Moment, wo die letzte Hürde geschafft ist.

Oben.

Der Blick über die Landschaft.

Pure Freiheit, pures Glück. 

2013, Island. 

Im Jahr davor das erste Mal mit einer Reisegruppe vor Ort und sofort verliebt. So richtig. Nix Eintagsfliege.

In diesem Jahr reise ich mit meiner Mum und meiner Tochter einmal entlang der Ringstraße. Jede Nacht ein anderer Schlafplatz, jeden Tag neue Impressionen.

Ziemlich am Anfang schlafen wir in einer kleinen Hütte direkt oberhalb des Thingvallavatn. Mitten im Nirgendwo.

Hier stoßen Europa und Amerika zusammen. Oder besser: driften auseinander. Hier atmet jeder Stein Geschichte.

Die Landschaft lässt einen ganz klein wirken, nichtig mit den Problemen, die man so täglich mit sich rumträgt.

Ich weiß, hier will ich wieder hin. Und wieder und wieder. 

2018, Feldberg, Mecklenburg. 

Seit Jahren schleiche ich um das 3000-Grad-Festival. Seit Jahren geh ich nicht hin, weil ich „keine Zeit“ hab, „zu viel zu tun“ ist, ich „mich nicht 3 Tage einfach rausnehmen kann“, ich „eh zu alt für den Scheiß bin“.  

In diesem Jahr ist alles anders. Ich habe meinen Job gekündigt, mich selbstständig gemacht. Ich kann selbst entscheiden, wann ich frei nehme, wann ich was mache.

Und nun bin ich da. Mit dem einen Menschen, den ich liebe, mit tollen Freunden, mit denen man entspannt feiern kann.

Wir tauchen ein, tanzen, lachen, trinken, feiern. Und auf einmal spielt der DJ einen Track, den ich seit vielen, viel zu vielen Jahren nicht mehr gehört habe, der mich innerhalb von Sekunden in meine Jugend zurückkatapultiert.

Und alles fällt ab, es zählt nur dieser eine Moment. 

Was bedeutet das für mich?

Versteh mich nicht falsch. Ich bin glücklich und erfüllt mit dem, was ich mache.

Aber auch ich stelle mir zwischendurch immer wieder die Frage: Worum geht es eigentlich wirklich?

Erfolg?

Ein dickes Bankkonto?

Anerkennung? 

Ich glaub, für mich sind es vor allem diese Momente.

Das Gefühl von Freiheit, Demut gegenüber der Grandiosität der Natur. Die Verbundenheit mit Menschen, die das gleiche fühlen. Das Leben spüren mit jeder Faser. Ohne Handy im Hintergrund. 

Und nun?

Alle diese Erinnerungen haben eine Basis: Ich war in diesen Momenten frei.

Frei von Arbeitsdruck, frei von „du musst jetzt“ und „hast du schon“. Kein Chef in der Pipeline, keine Deadline die drückt.

Das funktioniert am besten, wenn Frau ihre eigene Herrin ist. Selbst entscheidet, wann sie wofür Energie und Zeit investiert.

Und das wünsche ich mir auch für viele andere Frauen da draußen. Wirtschaftlich so unabhängig zu sein, um eben auch mal auszubrechen und zu machen, was SIE wollen. 

Fazit 2:

Ich bin keine 20 mehr. Ich kann mich entspannt in mein gemütliches Leben zurücklehnen und das war’s. Oder ich überlege mir, was ich noch erwarte vom Leben. Erleben will.

Meine Arbeit gibt mir viele kleine Glücksmomente. Ich freue mich ein Loch in den Bauch, wenn eine Kursteilnehmerin sich meldet und begeistert von ihren Fortschritten erzählt. Wenn die Webseite eines Kunden auch ohne große Werbung funktioniert.

Aber da ist eben auch für mich noch mehr. Und ich möchte nicht Gefahr laufen, das im Alltag und den täglichen Herausforderungen zu vergessen.

Dafür braucht es eine Bucket List. Zum Träumen, zum Planen, zum Ziele setzen.

Was drauf steht? Erfährst du im nächsten Eintrag.

P. S. Island ist für dieses Jahr wieder gebucht. Mit meiner Mum. Und vielleicht auch wieder Snapchat 😉

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