Selbstcoaching mit dem Lebensrad

Lebensrad - Riesenrad, die Form ist gleich

Nein, keinen Schreck kriegen jetzt, Ina ist nicht unter die Spirituellen gegangen.

Vielleicht kennst Du das auch: Die Kunden nerven nur rum, das Wetter ist Mist. Du wolltest eigentlich Sport machen – aber wer will im Regen schon raus? Der Hund bellt zu laut, der Nachbar grillt zu qualmend und irgendwie bist Du insgesamt unzufrieden und nur noch angespannt.

Oft liegt das daran, dass Du im Alltagsgewusel Deine Ziele und Prioritäten aus dem Blickfeld verloren hast. Wer nur auf dem Weg hin und her läuft, hier ein bisschen fegt und da ein bisschen wischt, kann keine wirklichen Erfolgserlebnisse haben. Du kommt ja an keiner Ziellinie an, oft nicht einmal an der Parkbank zum Ausruhen. Das ist auf Dauer frustrierend und laugt aus.

Heute möchte ich Dir ein Werkzeug vorstellen, dass ich immer wieder gerne an die Hand nehme, um meinen Fokus gerade zu rücken. Ich nutze es auch, um nächste Schritte zu planen, wenn ich mal wieder den roten Faden verloren habe. Es geht um das sogenannte „Rad des Lebens“. Diese Coaching-Übung ist ursprünglich dazu gedacht, die „Work-Life-Balance“ ins Lot zu bringen und die Augen für die anderen Bereiche des Lebens zu öffnen. Zum Setzen neuer Ziele und zum Planen ist sie aber auch sehr gut geeignet.

Das Prinzip

Das Rad des Lebens ist ein Diagramm, das aus mehreren „Tortenstücken“ besteht, die den einzelnen Lebensbereichen zugeordnet werden. Wieviele es sind, entscheidest Du. Wichtig ist, dass Du nicht nur „Arbeit“ und „Leben“ definierst. Denn diese Unterscheidung ist viel zu simpel und auch nicht passend.

Arbeit ist ein Teil des Lebens. Und Leben ist nicht nur das, was neben der Arbeit übrig bleibt.

Die kleinste Unterteilung sollte daher folgende Bereiche enthalten:

  • Arbeit/Aufgabe
  • Gesundheit/Körper
  • Persönliche Entwicklung/Sinn
  • Soziales Umfeld

Standardmäßig werden diese Felder aber noch weiter aufgespalten. Ein Beispiel beziehungsweise eine Vorlage zum Probieren kann du dir HIER herunterladen.

Wie funktioniert es?

Im ersten Schritt machst Du Dir Gedanken, wie es in den einzelnen Bereichen aussehen würde, wenn Du zu 100% zufrieden wärst. Bei Gesundheit/Fitness wäre das für mich zum Beispiel: drei Mal die Woche eine halbe Stunde Sport, gesund ernähren, nicht rauchen. Eine gute Freundin von mir würde darüber nur müde lächeln. Ihre sportlichen Ziele sind deutlich höher.

Finde DEIN Optimum, und zwar ein realistisches.

Anschließend schätzt Du ein, wo Du aktuell in jedem Bereich stehst und kennzeichnest die jeweilige Stufe. Aktuell würde ich mir im Fitnessbereich eine Drei geben. Das mit der Ernährung zumindest klappt. Der Rest … Breiten wir mal das Tuch des Schweigens darüber.

In den meisten Fällen ist es so, dass Du nun ein schönes eiriges Ding vor Augen hast. Nur wenige sind in allen Bereichen auf dem gleichen Level.

Sicher wäre es schön, wirklich rundum glücklich zu sein, realistisch ist das aber nicht. Dein Ziel sollte Ausgewogenheit sein. Nicht überall 100%. Aber ein höheres Level als 3 darf es schon sein.

platter Reifen
Hoffentlich sieht Dein Lebensrad nicht so aus

Jetzt hast Du Dein Rad – und nun?

Wir Menschen tendieren dazu, am liebsten alles immer sofort und vollständig lösen zu wollen. Das raubt aber unheimlich viel Energie, klappt eigentlich nie und frustriert dann umso mehr.

Besser ist es, einzelne Bereiche anzugehen und die in kleinen Schritten.

Schaue Dir Dein Rad an. Welche drei Bereiche hast Du am niedrigsten bewertet? Auf diese Bereiche solltest Du Dich jetzt erst einmal konzentrieren.

Überlege für jeden einzelnen Bereich, was der nächste kleine Schritt wäre, der Dich den 100% näher bringt. Ich bleibe bei meinem Sportbeispiel: Aktuell bin ich eine extrem faule Socke und mache wirklich gar nichts. So ist mein erster Schritt, mir im Kalender 3 x die Woche feste Termine einzutragen mit Priorität A. Und ich aktiviere wieder meine Sportapp. Jetzt muss ich am Montag nur noch anfangen …

Du möchtest endlich online richtig durchstarten, hast aber gerade einmal eine Webseite? Dann wäre der nächste Schritt die Definition deines Wunschkunden im Onlinebereich und die Suche, wo er sich am liebsten bewegt.

Was ist der Vorteil der Übung?

Im Alltag wird von allen Seiten an Dir gezogen. Du sollst im Job 100% geben, Deine Freunde beschweren sich, weil Du kaum Zeit hast, Dein Hobby hast Du auch schon ewig vernachlässigt.

Normalerweise laufen wir Gefahr, immer dort die Priorität hinzulegen, wo am lautesten „gebrüllt“ wird. Das ist in vielen Fällen die Arbeit. Lässt Du den Rest aber hintenüber fallen, steckst Du irgendwann im Burnout.

Der Mensch braucht Ausgleich und Balance.

Ich will damit nicht sagen, dass Du weniger arbeiten oder weniger Energie in Deine Projekte stecken sollst! Ich habe zum Beispiel große Pläne fürs kommende Jahr, die ich jetzt schon vorbereite. Allerdings achte ich gerade in solchen Zeiten darauf, den Rest nicht aus dem Blick zu verlieren und zu schauen, wie ich dort auch ein wenig etwas machen kann. Und genau dafür ist diese Übung wirklich hilfreich.

Für Balance sollten alle Bereiche im Lot sein

Wie oft solltest Du Dein Rad des Lebens schreiben?

Das kommt ganz auf Deine persönliche Situation an. Sinnvoll ist die Übung immer dann, wenn Du merkst, dass Du feststeckst und Dich im Kreis drehst.

Ich habe mein Rad gerade wieder im Rahmen eines Coachings erstellt und gemerkt, dass ich das ruhig öfter machen könnte. Ziel des Coachings war es, konkrete Ziele und Schritte für das letzte Quartal des Jahres zu definieren. Dass ist mir mit dieser Übung gelungen.

Probier‘ es doch auch einmal aus.

  • Wo stehst Du und wo willst Du zum Jahresende hin?
  • Wo ist Dein dringendster Handlungsbedarf?
  • Welches sind die ersten kleinen Schritte auf dem Weg zur Verbesserung?

Ansonsten empfehle ich die Übung wenigstens einmal im Jahr zu machen um zu sehen, wo man steht. Interessant ist es auch, sich die alten Aufzeichnungen aufzuheben und zu vergleichen.

Probier es doch gleich einmal aus und verrate mir in den Kommentaren, wie Dein Rad aussieht. Hast Du nen Platten oder läuft es bei Dir rund?

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