Irland ohne Auto

die Harfe der Temple Bar in Dublin

Mit Bus und Bahn über die grüne Insel

Mit dem Mietwagen im Linksverkehr unterwegs – wer sich das nicht zutraut, kann Irland entspannt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln entdecken.

Was zu beachten ist und wo ihr am besten bucht, verrate ich euch im folgenden Blogbeitrag.

Blume im Burren
Irlands Landschaft ist abwechslungsreich

Nicht jeder ist gerne mit dem Auto unterwegs. Man gewöhnt sich zwar schnell an das Lenkrad auf der anderen Seite. Allerdings sind die Straßen gerade in ländlichen Gegenden oft schmal und kurvig und die Iren auch nicht für ihre rücksichtsvolle Fahrweise bekannt.

Dublin selbst ist das personifizierte Verkehrschaos – zwischen 15:00 und 19:00h geht da oftmals gar nichts mehr.

Wer sich also diesen Stress nicht antun möchte, kann wunderbar auf ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz zurückgreifen. 

Ich habe für euch getestet und ein paar Tipps und Tricks für die Planung eures Irland-Trips mitgebracht.

Vom Flughafen in die City

Normalerweise landet ihr am Flughafen Dublin. Der Airport ist knapp 12 km von der Innenstadt entfernt.

Wer sich nicht im Bus stressen und mit Gepäck von der Bushaltestelle laufen will, kann also gut eines der Taxis nehmen, die direkt vor dem Ankunftsterminal stehen. Wartezeiten wie in Berlin müsst ihr hier nicht erdulden. Kosten – rund 30 €. Die Fahrt in die Innenstadt dauert, je nach Verkehrslage, ca. 20 Minuten

Wer seine Taler lieber anders ausgeben möchte, nimmt den Bus. Die Linien 16 und 41 der normalen Stadtlinie kosten 3,30 € und fahren alle Viertelstunde vom Flughafen.

Wer mit Gepäck unterwegs ist, sollte den Express-Bus von Airlink wählen. Hier seid ihr mit ca. 7 € dabei, es ist aber genug Platz, auch einen Koffer oder Rucksack zu verstauen. Mit beiden Varianten seid ihr ca. 40 – 45 Minuten unterwegs – in der rush hour kann es aber auch deutlich länger dauern. 

Für den normalen Bus solltet ihr passendes Bargeld dabeihaben. Der Express-Bus kann auch online vorgebucht werden: Airlink Bus

Mit der Bahn durch Irland

Reisen mit der Bahn in Irland ist entspannt und angenehm. Die Züge sind sehr gut ausgestattet. Getränke und Snacks werden an den Platz gebracht, es gibt WiFi und man kann die Landschaft in Ruhe an sich vorbeiziehen lassen. Das Streckennetz ist allerdings nicht so groß.

Die wichtigsten Städte und Orte erreicht man trotzdem gut und schneller als per Bus. Wenn es zum idyllischen Dorf an der Küste gehen soll, müsst ihr aber spätestens umsteigen. 

Das Preis-System ist grob vergleichbar mit der Deutschen Bahn.

Wer genau plant und sich auf Zeit und Verbindung festlegen kann, kommt sehr günstig übers Land. Unsere drei Strecken kosten im Normalverkauf ca. 160 €, das gleiche als Sparticket nur 45 €.

Ich empfehle, nicht die lowest fair zu buchen, sondern auf das flexible ticket umzusteigen. Das ist immer noch deutlich günstiger als ein Ticket am Schalter zu kaufen, bietet aber die Möglichkeit, auf der gewählten Strecke jede Bahn für diesen Tag zu nutzen. So kann man dann auch gut eine Stunde länger im Trinity-College verbringen. 

Vorteil bei Online-Buchung – die SitzplatzReservierung. Nicht immer nötig, aber auf Hauptstrecken wie Cork – Dublin sehr empfehlenswert.

Fahrpläne, Ticketpreise und weitere Infos findet ihr hier: Irish Rail

Schafe in Irland
Schafe in Irland – wir haben weniger gesehen, als gedacht!

Von Stadt zu Stadt mit dem Bus

Deutlich flexibler seid ihr mit dem Bus. 

Bus Eireann bietet ein sehr gut ausgebautes Streckennetz, das viele Ziele mehrmals täglich verbindet. 

Alle größeren Orte sind per Expressway erreichbar. Die Fahrzeuge sind hochmodern und mit WiFi und Comfortsitzen ausgestattet. Mit etwas Glück erwischt man einen der Doppeldecker-Busse – ein einmaliges Reiseerlebnis.

Super hier – viele Verbindungen starten auch direkt am Flughafen. Ihr spart euch so den Transfer zum Bahnhof. 

Tickets erhaltet ihr online oder direkt im Bus. Auch hier gilt: Bargeld bereithalten. Die Preise variieren je nach Buchungsstand, starten aber schon bei knapp 10 € für Langstrecken. Wer rechtzeitig bucht, kann also richtig sparen. 

Auf der Internetseite findet ihr sämtliche Verbindungen, egal ob überregional oder innerstädtisch sowie weitere Informationen und die Buchungsmöglichkeit: Bus Eireann

Bus Paddywagon
Ein Ausflug per Bus bringt auch an entlegene Orte

Wie kommt ihr zu den Highlights?

Ganz einfach – es gibt diverse Anbieter für Tages- und Mehrtagestouren zu den angesagtesten Hotspots. Viele dieser Touren starten von Dublin, aber auch von Cork, Limerick und anderen Städten. 

Wir haben einen Tagestrip mit Paddywagon von Limerick zu den Cliffs of Moher und in den Burren getestet.

Für kleines Geld (25 € p. P.) geht es im quietschgrünen modernen Reisebus über Land. Der Fahrer erzählt unterwegs von Land und Leuten und vergisst dabei natürlich nicht Geschichte und Geschichten. So bekommt man einen guten Einblick von der  jeweiligen Region.

Je nach Ausgangsort lohnt es sich, in der Unterkunft nach lokalen Anbietern zu fragen. Gerade in Dublin hat man die Qual der Wahl. 

Bei allen der Vorteil: ihr seid deutlich entspannter und oft günstiger unterwegs als mit dem Mietwagen. 

Nachteil – es bleibt nicht wirklich viel Zeit für eigene Erkundungen.

Solltet ihr also Ruhe für ein bestimmtes Ziel wollen, empfiehlt es sich doch, auf den normalen Busverkehr zu wechseln und sich vor Ort ein B&B zu suchen. 

Hoho-Bus Dublin
Hop-on-hop-off ist perfekt für den ersten Überblick in Dublin

Sightseeing in the City 

Der einfachste und beste Weg, um sich in der Stadt einen ersten Überblick zu verschaffen, ist der Hop-on-hop-off-Bus.

Tickets starten bei 20 € für 24 h. Mit diesen könnt ihr an jedem Haltepunkt der zwei Linien ein- und aussteigen. Zustiege sind über die gesamte Stadt verteilt. 

Tipp von mir: dreht einmal die komplette Runde (Dauer 1,5 bzw. 2 h), lauscht den Infos, die per Kopfhörer auch in Deutsch verfügbar sind und entscheidet dann, wo genau ihr weiter schauen wollt. Nach der Besichtigungstour bringt euch der Bus wieder in Richtung Unterkunft.

Im Voraus gebucht, sind die Tickets günstiger. Ihr könnt aber an jedem Zustieg auch direkt beim Fahrer bezahlen, hier geht zur Abwechslung sogar mal die Karte. 

Wer ein paar Tage länger in Dublin zur Verfügung hat, ist auch mit den normalen Stadtbussen bzw. mit der LUAS (die örtliche Straßenbahn) gut beraten.

Beim Bus unbedingt Kleingeld bereit halten. Oft kann der Fahrer nicht wechseln.

Und – Haltestellen mitzählen! Die angegebenen Haltepunkte haben oft einen anderen Namen als auf dem Plan. 

Die Straßenbahn ist wirklich günstig und kommt in der rush hour auch schneller voran als der Bus oder ein Taxi.

Tickets gibt es direkt an den Haltestellen (nicht in der Bahn!).

Bisher gibt es zwei Linien, die aber beide nur die nördliche Seite der Stadt abdecken. Eine weitere Linie, die auch in den beliebten Temple-Bar-Bezirk geht, ist in Planung. 

Mein Fazit: wer ein wenig plant, kommt gut durchs Land

Gerade für ein erstes Kennenlernen oder als Standortreise bietet es sich an, den Mietwagen weg zu lassen. Man spart Geld und Nerven und lernt dabei auch gleich die Menschen kennen. 

Nichts ist aufschlussreicher als drei Stunden Bahnfahrt von Cork nach Dublin 🙂 

Die Internetseiten der Anbieter sind klar und übersichtlich strukturiert. Mit ein wenig Englisch erhält man hier alle Infos, um in Ruhe seine Reise zu planen. Komplett spontan geht auch, ist aber dann deutlich teurer. 

Ein Hinweis noch – abends geht nicht mehr allzu viel. Wer nach 20:00 Uhr in Dublin landet, sitzt fast zwangsläufig erst einmal in der Stadt fest. 

Macht aber nichts – spontan ein B&B gebucht und dann ab zum Abendessen mit toller Live Musik in den nächsten Pub! 

Wie sind deine Erfahrungen? Hast du dich an den Links-Verkehr in Irland getraut oder planst du erst noch deine erste Reise?

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