Facebook ist down, und nun?

Am 04. Oktober ist Facebook von einem massiven Ausfall betroffen. Nichts geht mehr. Aktuell wird noch nach der Fehlerquelle gesucht. Aber was bedeutet das für mich und ich als Online-Unternehmerin?

Es ist schon spannend, wenn du Facebook aufrufst und eine Fehlermeldung erscheint. Ok. Auf dem Handy habe ich das öfter mal. Das liegt dann aber schlicht am schlechten Empfang. Daheim am Rechner mit Glasfaser-Netz, wenn alles andere funktioniert, eher unwahrscheinlich.

Im ersten Moment dachte ich nur: Ok, gar nicht schlimm, weniger Ablenkung. Jetzt, mehrere Stunden später, erkenne ich, wie sehr mich das einschränkt.

Was alles dranhängt

Facebook ist eine große Gruppe. Wenn es dort massive Probleme gibt, sind oft auch andere Dienste betroffen. In diesem Fall sind Instagram und WhatsApp ebenfalls “Off”.

Familie

DAS ist ein Problem. Denn wir kommunizieren über die verschiedenen Messenger-Dienste. Meine Mutter erreicht mich am einfachsten über WhatsApp, um mir die neuesten Ereignisse des Urlaubs in Norwegen zu berichten. Meine Tochter telefoniert nicht (das ist soooo 2000), sondern schreibt im Messenger. Telegramm und Co. habe ich zwar, nutze es aber nicht. Zu viel Schwurbelkram. Zu wenig wirklich ernsthafte Kontakte.

Und nun? Nichts von dem, was wir ständig nutzen, funktioniert. Eine seltsame Situation. Das ist wirklich gerade 2000, oder besser: 1994. Denn danach hat das Internet bei uns Einzug gehalten und ist so gar nicht mehr wegzudenken. Wenn das so bleibt, schreiben wir dann wieder Briefe?

Arbeiten

Mein Job besteht nicht darin, Facebookseiten zu betreuen. Aber ich nutze es, um meine Programme und mein Unternehmen sichtbarer zu machen.

Heute wollte ich die Anzeige für meinen neuen Freebie erstellen, noch ein paar Beiträge für die Woche vorplanen, damit ich mich damit in den kommenden Tagen nicht zwischendurch beschäftigen muss, ein bisschen Verbandsarbeit erledigen – alles nicht möglich. Ich kann nicht mal den “Danke”-Beitrag für unsere Veranstaltung vor einer Woche fertig machen. Puh … jetzt fängt es doch an, zu nerven.

Und ich bin gerade heilfroh, dass ich nicht nur auf Facebook setze.

  • Meine Kurse laufen mittlerweile über eine externe Plattform (mit Sitz in Deutschland, allein schon aus Datenschutzgründen).
  • Ich habe mir in den letzten Jahren eine umfangreiche E-Mail-Liste aufgebaut, bin also nicht ausschließlich von meinen Followern auf Facebook und Instagram abhängig.
  • Und ich habe parallel dazu auch auf LinkedIn eine Präsenz aufgebaut.

Sollte es also zu einem längeren Ausfall kommen, wäre zumindest in diesem Bereich alles in halbwegs trockenen Tüchern.

Ablenkung

Ich gestehe, ich lass mich wahnsinnig gern ablenken. Gerade, wenn ich abends noch arbeite, leg ich gern eine Pause ein und scroll ein wenig durch die Sozialen Medien. Das funktioniert gerade so gar nicht.

Den Aspekt finde ich jetzt wieder völlig ok. Denn so kann ich mich auf andere Dinge fokussieren. Diesen Beitrag zu schreiben zum Beispiel. Oder den anderen Beitrag, an dem ich gerade sitze, fertigzumachen. Ach, ganz ehrlich – Langeweile ist eigentlich nie ein Thema für mich.

Fazit

Mit meiner Mum habe ich gerade telefoniert. Meine Tochter hat die SMS als alternatives Kommunikationsmedium wiederentdeckt. Der Rest wird wohl bis zum nächsten Tag ohne meine Präsenz leben können.

So lange so ein Ausfall nicht über längere Zeit geht, ist es kein Problem. Dauerhaft down möchte ich aber nicht erleben. Denn dann müsste ich mein Marketing und meine allgemeine Kommunikation komplett überdenken.

Auf jeden Fall zeigen mir die letzten Stunden, wie wichtig es ist, auf Alternativen zu setzen und sich seine eigene Liste aufzubauen. Denn ohne die ist man in solchen Fällen aufgeschmissen.

Listenaufbau geht im Moment aber immer noch am einfachsten über Facebook. Gar nicht so einfach. Gut, dass ich meinen Podcast habe und auch auf anderen Plattformen präsent bin.

Lege nie alle Eier in einen Korb – alles bei einem Anbieter zu haben, birgt Risiken

Wie sagt meine Business-Mentorin immer: “never put all eggs into one basket” – Leg nicht alle Eier in einen Korb.

Das ist wohl mein größtes Learning der letzten Stunden. Denn das scheint – zumindest im Moment – der Grund zu sein, warum es Facebook so die Beine weggehauen hat. Und von den Großen kann man lernen.

Nimm deine Kontakte selbst in die Hand. Verlasse dich nicht auf “Follower”, sondern bau dir deinen eigenen Kundenstamm außerhalb der sozialen Medien auf. Die sind toll und schick, solange sie laufen.

Wenn nicht, solltest du einen Plan B haben.

Also, wie weit bist du damit, dich unabhängiger zu machen?