Herzkaterl

unser Herzkaterl Socke

Machs gut, Dicki

Jeden Morgen das gleiche Ritual – ich koche Kaffee und du wartest schon ungeduldig, dass ich dir von der Milch einen kleinen Schluck in dein Schälchen auf dem Tresen kippe. Eigentlich dürfen die Katzen ja nicht auf die Arbeitsplatten. Eigentlich. Aber für dich gelten irgendwie keine Regeln. 

Du hast in kürzester Zeit im neuen Zuhause dein Revier mit einer Selbstverständlichkeit bezogen, die uns immer wieder schmunzeln lässt. Bleibt Milli-Miez immer in der Nähe des Hauses, bringst du Lena morgens auf dem Weg zur Arbeit bis zum Ende der Straße. Und holst sie auch wieder dort ab. 

Für dich gelten keine Zäune und keine Hecken. Gehört alles dir, und irgendwie mögen dich ja auch alle. Selbst Nachbars Schäferhund spielt mittlerweile nicht mehr verrückt, wenn du direkt vor ihm vorbei spazierst.

Ein guter Jäger bist du geworden. Nur mit der Versorgung deiner Dosenöffner klappt das nicht so ganz. Du futterst lieber selbst in sicherem Abstand zu uns. Wahrscheinlich hast du gemerkt, dass Mäuse und Käfer eher nicht auf unserem Speiseplan stehen. Cleveres Kerlchen halt.

Du tappst mit einer Selbstverständlichkeit und einem Gottvertrauen durch das Leben, die uns jeden Tag aufs Neue faszinieren. Innerhalb deiner vier Wände gibt es keinen Platz, den du nicht schon für ein Nickerchen erkoren hast. Und da liegst du dann, auf dem Rücken, alle vier Pfoten tiefenentspannt von dir gestreckt und weißt, dass du sicher und geborgen bist. 

Wenn ich am Rechner über endloser Recherche hocke, kommst du auf den Schreibtisch gesprungen und drängelst so lange über Tastatur und durch meine Hände, bis ich endlich Pause mache, dir die ganze Aufmerksamkeit und intensive Streicheleinheiten schenke. 

Unser Dicki …

Am schönsten für dich – wenn deine Menschen abends mit dir spazieren gehen. Eine lange Runde um den Block. Wir vorneweg, du immer in der Nähe. Verlierst du uns aus den Augen, mauzt du laut, damit wir warten. Dann kommst du angestürmt, streichst kurz um die Beine, lässt dich kraulen und stürzst mit vollem Elan voraus in die nächste Hecke. Es gibt ja immer und überall etwas zu entdecken. Wieder zuhause angekommen, bringst du uns noch zur Tür und ziehst dann deiner Wege. Eine weitere spannende Nacht liegt vor dir. Mit Abenteuern, die wir nur ahnen können. 

Du hast unsere Herzen erobert. Nicht mit bedingungsloser Anhänglichkeit. Sondern mit deinem Freigeist, deiner wundervollen Art, deiner Freude am Leben. 

Und nun bist du nicht mehr da. Hast, aufmerksam und vorsichtig, wie du sonst immer warst, das Auto nicht rechtzeitig gesehen. Hättest dir ruhig noch um einiges länger Zeit lassen können mit deinen neun Leben. Hast dieses hier aber in vollen Zügen genossen.

Oller Rabauke. Unsere Socke, unser Dicki, unser Muskelkater. Wie sehr wir dich vermissen … 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.